Kolosser 3,18

Andachten

Ihr Weiber, seid untertan euren Männern in dem HErrn, wie sichs gebührt. Ihr Männer, liebt eure Weiber und seid nicht bitter gegen sie. Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist dem HErrn gefällig. Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, auf dass sie nicht scheu werden. Ihr Knechte, seid gehorsam in allen Dingen euren leiblichen Herren, nicht mit Dienst vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern mit Einfältigkeit des Herzens und mit Gottesfurcht.
Das Haus ist eine Gemeinde im Kleinen, und wenn des Hauses Glieder sind, wofür sie der Apostel ansieht, Auserwählte Gottes, Heilige und Geliebte, so ist es ein Paradies auf Erden, denn da wohnt der HErr Christus selber, und unter Seiner Hut und Pflege blühen die schönsten Blumen und reifen die edelsten Früchte. Das Weib kann nicht anders, als in aller Demut, Sanftmut und Willigkeit dem Manne untertänig sein, denn der HErr Christus dringt sie. Der Mann kann nicht anders, als sein Weib lieben, und es ist ihm unmöglich, bitter gegen sie zu sein, denn der HErr Christus wehrt es ihm. Das Kind kann nicht anders, als seinen Eltern gehorsam sein, die seines HErrn Bild darstellen, denn der HErr Christus lehrt es also. Der Vater kann nicht anders, als sein Kind mit Liebe regieren, ohne Herrschsucht, Zorn und Bitterkeit, denn der HErr Christus erfüllt ihn mit Seinem Sinn. Und der Knecht kann nicht anders, als seinem leiblichen Herrn gehorsam sein in allen Dingen, ihn nicht mit Trotz verhöhnen, noch mit heuchlerischem Augendienst betrügen, denn der HErr Christus lässt es ihm nicht zu. Und welchen Namen sonst eine Tugend habe, so ist sie enthalten in dem Namen JEsu, und welches Verhältnis im Leben vorkomme, so wird es recht verstanden und geheiligt in dem Namen JEsu. Schreibt es an die Pfosten eures Hauses, dass ihr damit aus und eingeht, hänget es über euer Bett, dass ihr damit aufsteht und einschlaft: – in JEsu Namen.

Lieber HErr, wie selig ist das Haus, wo Du regierst, und wo alles in Deinem Namen geschieht! Da ist Friede und Freude, da ist Liebe und Eintracht, da ist Dein Segen immerdar. Darum bitten wir Dich, Du wollest bei uns einziehen und bei uns bleiben allewege, dass wir alle unsere Dinge in der Liebe geschehen lassen, Dein Wort ehren und unsern Beruf und Stand treulich ausrichten, damit Dein Segen bei uns wohne und Dein Friede uns in rechter Einigkeit bewahre. Amen. (Hermann Haccius)


Ihr Weiber, seid untertan euren Männern in dem Herrn, wie sich's gebührt. Ihr Männer, liebt eure Weiber und seid nicht bitter gegen sie.
Das Himmelreich vergleicht unser Herr einmal mit dem Sauerteig. Damit will er uns die Aufgabe und Kraft des Evangeliums bezeichnen, welche darin besteht, dass es alle Verhältnisse in der Welt durchdringt. Auch die alte natürliche Gottesordnung des ehelichen Lebens, ebenso das Verhältnis von Eltern und Kindern, von Herrschaften und Dienstboten soll vom Evangelium erfüllt und geheiligt werden. So hat Gottes Wort für uns alle eine Lektion. Die erste gilt den Ehegatten. Von Anbeginn ist Gottes Wille gewesen, dass das Weib dem Manne untertan sei, und diese natürliche Ordnung soll auch im Christentum nicht aufgehoben werden. Auch hier soll es nach dem Spruche gehen: „das Weib fragt, der Mann sagt“. Der Mann das Haupt, die Frau das Herz, so ist's recht bestellt. Will das Weib herrschen, dann herrsche es durch Gehorsam. Solchen Gehorsam will St. Paulus den Frauen leicht machen und versüßen, indem er hinzufügt: in dem Herrn. Je inniger des Weibes Zusammenhang und Liebesgemeinschaft mit dem Herrn Christo ist, umso leichter wird der Gehorsam und die Untergebung unter den Mann und umso erträglicher, wenn etwa Härte und Unbilligkeit Gehorsam und Untergebung erschweren sollte. Das ist die rechte christliche Frauenwürde, für welche St. Paulus hier eintritt. Von der andern Seite, vom Manne, verlangt er aber auch, dass er sein Weib liebe, wie Christus geliebt hat die Gemeinde und hat sich selbst für sie gegeben (Eph. 5, 25). Die oberherrliche Stellung, welche Gottes Schöpfungsordnung dem Manne zugewiesen hat, soll nicht in Härte und Bitterkeit verkehrt werden. Die Christenliebe insgemein, aber vornehmlich die eheliche Liebe des Mannes sei nach der erlösenden Liebe unseres Herrn Jesu Christi geartet. Nicht bloß nehmen und fordern, sondern vielmehr auch geben und dienen erachte der Mann Christo nach als seine Pflicht. Er verlerne in der Ehe ein Paradies erhaschen zu wollen und lerne dagegen eines zu bauen durch Liebe und durch sanftmütiges und geduldiges Tragen der Lasten, welche jegliches Eheleben mit sich führt. (unbekannt)

Predigten