Das Gesetz ist unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, dass wir durch den Glauben gerecht würden.
Das Gesetz kommt zu jedem Erweckten als ein Fronvogt und Zuchtmeister. Die Frage: was muss ich tun, dass ich selig werde? ist ihm wichtig und zur Hauptsache geworden. Er schickt sich auch wirklich zum Tun an und nimmt sich vor, sich zu bekehren und sein Leben zu bessern, sucht dies auch in eine tätige Ausübung zu bringen. Er fängt seine Besserung an mit ernstlichem Vorsatz nicht nur, sondern auch mit Gebet um den göttlichen Beistand und in der zutrauenden Erwartung, der Herr werde ihm auf diesem guten Weg gewiss Gedeihen geben. Aber es geht ihm wie Leuten, die ein altes Haus reparieren. Sie meinten, mit einer kleinen Hilfe auszureichen, aber je mehr sie reparieren, desto mehr Baufälliges werden sie gewahr, und sehen ein, es sei am besten, von Grund aus neu zu bauen. Sie sehen mit Paulo ein, dass selbst die Lust Sünde sei, und machen die betrübende Entdeckung, welche ein Lied in den Worten ausdrückt: „Die Sünd hat mich besessen.“ Ihr Gewissen ängstet sie, die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes schreckt sie, die Drohungen beklemmen sie, so dass sie oft nicht wissen, wo aus noch ein, zumal da ihren besten Vorsätzen die Kraft mangelt, ihrem Herzen die standhafte Richtung zum Guten zu geben. So wird man fürs Evangelium vorbereitet. (Gottfried Daniel Krummacher)