Johannes 6,56

Andachten

Wer mein Fleisch isst, und trinkt mein Blut, der bleibt in mir, und ich in ihm.
Das Essen des Fleisches, das Trinken des Blutes des Menschensohns ist notwendig; es darf mit unserem Christentum kein Schein, keine Einbildung, kein Meinen, Nachsprechen, es muss etwas Reelles, Wahrhaftiges, Wesentliches sein; es darf mit unserem Christentum nicht beim bloßen Wissen, Gutmeinen, eigenen Wollen und Laufen verbleiben; es besteht nicht in allerlei angenehmen Einfällen und Empfindungen, nein, Christus, Christus selbst muss sich wahrhaftig und wesentlich mit uns vereinigen - das ist das Rechte, alles Andere ist das Rechte und Eigentliche nicht; dies ist das Öl unserer Lampe, das sie nie verlöschen lässt. - Sehe sich also darin ein Jeder vor, damit er nicht sich selbst betrüge. Habt ihr allerlei löbliche Eigenschaften, allerlei schone Einsichten, allerlei rühmliche Werke, habt ihr aber Christum nicht auf vorher besagte Weise gegessen, so habt ihr kein geistliches Leben, sondern seid höchstens getünchte Gräber und törichte Jungfrauen mit Lampen ohne Öl; wie sauer ihr es euch von Zeit zu Zeit ohne Erfolg werden lasst.

Wie groß ist dagegen der Nutzen. Wer mein Fleisch isst und trinkt mein Blut, der bleibt in mir, und ich in ihm. Dies ist das große Geheimnis, die Wurzel und das Wesen des wahren Christentums; die genaue Vereinigung der Seele mit Christo, und Christi mit der Seele sie ist etwas Beständiges; darum heißt's ein Bleiben, etwas Fruchtbares, wie Christus anderswo sagt. - Dies ist die große Wirkung des Glaubens, nämlich des Einswerdens mit Christo. (Gottfried Daniel Krummacher)

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