„Wehe euch, wenn euch Jedermann wohlredet.“
Die, welche von Jedermann so gelobt werden, leben ohne den Heiland. Denn sie müssen vom Heiland schweigen, müssen Ihn ignorieren vor vielen Leuten, weil Er von vielen gehasst ist und sie, wenn sie von Ihm reden, auch gehasst würden. Wenn wir also auch von denen so geschätzt werden, die den Heiland hassen, muss es nicht gut um uns stehen, sondern sind wir den Heiland verleugnende Leute. Sonst muss man aber wohl auf der Hut sein, dass man den Spruch nicht missversteht und ohne weiteres meint, je mehr Leute übel von einem reden, desto besser sei es, da man dann auf Grund dieses Spruchs der sogenannten Welt übel begegnet und sich unartig gegen sie verhält. Man darf sich nicht ohne weiteres dessen trösten oder gar sich freuen, wenn man in einem üblen Geschrei ist. Es gibt Leute die meinen, zu einem rechten Jünger JEsu gehöre notwendig, dass recht über ihn gescholten werde. Wir sind eben doch in der Christenheit, und da sollte das Wohlreden über die Christen doch größer sein, als in der Heidenwelt. Wenn z. B. von einem Seelsorger gesagt wird, Jedermann habe ihn gerne und rede wohl von ihm, so kann das ganz recht sein. Gegen rechte Gottesmänner, die namentlich in der rechten priesterlichen Liebe gegen die Seelen stehen, haben auch Weltmenschen oft eine stille Verehrung. Dem Übelreden der Welt gegenüber müssen wir jedenfalls das Wort des HErrn befolgen: „Segnet die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen“; dann verstummt ihr wüstes Geschrei oft plötzlich, wie mit einem Schlag. (Christoph Blumhardt)