Lukas 13,5

Andachten

So ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen.
Gewöhnlich sieht man sich vor, als ob Einer, der sich bekehre, in ein trauriges, trübseliges Wesen eingehen müsse, wo er keine wahre Freude mehr und nichts zu tun habe, als in beständiger Traurigkeit seine vorigen Sünden abzubüßen. Von dieser Vorstellung mag es auch zum Teil herkommen, dass sich Viele so lange sträuben gegen ihre Bekehrung, dass sie trotz der häufigen Mahnungen des Gewissens, trotz der ernsten Stimme des göttlichen Worts die Umkehr zu Gott von einem Tage, von einer Woche, von einem Jahre zum anderen verschieben und sich so in einem elenden kümmerlichen Leben hinhalten lassen, wo sie des im Evangelio angebotenen Heils nicht froh werden und zuletzt sich selbst den Eingang in das Reich Gottes versperren. Aber das sind grundfalsche Gedanken und Borstellungen und darin hat der Teufel gerade seine Hauptlist und seinen Hauptvorteil, dass er den Seelen solche falsche Vorspiegelungen, solchen falschen Dunst vor den Augen her macht, um sie hinzuhalten und sie womöglich ganz um ihre Seligkeit zu betrügen. Freilich den eitlen Freuden dieser Welt und ihren Wollüsten und ihren elenden Künsten wird der entsagen müssen, der sich ernstlich zu bekehren gedenkt, er muss entsagen allen Werken des Fleisches, er muss sich befleißigen eines stillen ruhigen Lebens, denn der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: der HErr kennt die Seinen und es trete ab von der Ungerechtigkeit, wer den Namen Christi nennt. Allein ein Christ, der sich von Herzen zu dem lebendiger Gott bekehrt, hat ja andere Freuden, als die Weltfreuden sind und es kostet ihn keine Mühe und keine Überwindung, jener Freuden des Fleisches, welche in zeitliches und ewiges Unglück stürzen, zu entbehren so wenig als es den verlorenen, aber wiedergefundenen Sohn Mühe kostete, sich nicht zurückzusehnen nach der Träberkost, die er vorhin mit den Schweinen teilen musste. (Ludwig Hofacker)

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