“Wer euch hört, der hört Mich.“
Der HErr will die, die Ihn verkündigen, als Repräsentanten Seiner Person angesehen wissen. Das wird oft vergessen. Freilich ist's auch misslich, dass nicht von allen, die von Ihm reden und über Sein Evangelium sich hören lassen, dasselbe gelten kann, dass sie Repräsentanten JEsu seien. Wenn's die aber wissen, dass sie Repräsentanten Christi sein sollen, und indem sie als Zeugen da stehen, schon in den Augen der Leute es auch wirklich sind, so wird ihre Verantwortung doch groß sein, wenn sie nur nach ihrem Gelüste das Evangelium deuten und deuteln, wie wenn's also der HErr sie geheißen hätte. Wie werden da manche einst aufs Maul geschlagen werden! Wo man aber von einem Diener des HErrn das Gefühl hat, dass er in rechtem Geist zu seiner Sache stehe, da ist's doch gut, wenn mans überlegt und denkt: „Solchen hören heißt den Heiland hören,“ - nur auch im Stillen, damit man desto williger, gehorsamer, demütiger annehme, nicht als gegenüber von dem, der da redet, sondern als gegenüber von dem, den der vertritt. Solches schließt auch keineswegs eine bescheidene Prüfung aus.
Es liegt sehr viel an dieser demütigen Stimmung der Zuhörer. Denn auch umgekehrt heißt es: „Wer euch verachtet,“ d. h. euch über die Achsel ansieht, „der verachtet Mich,“ - sieht Mich über die Achsel an. JEsum hören bringt Segen, JEsum missachten bringt Unsegen. Demnach sorgen wir für unsere eigene Seele, je mehr wir uns mit Bescheidenheit, Demut und Gehorsam zu dem stellen, der uns Sein Wort verkündigt. (Christoph Blumhardt)
Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich.
In diesem Worte schließt sich der Herr Christus mit seinen Boten, die er aussendet, dass sie sein Werk auf Erden treiben, zusammen. Es liegt darin für die Boten Christi, für seine Diener, ein großer Trost. Wenn sie sich sagen können, dass sie ordnungsmäßig von ihrem Heilande in ihr heiliges Amt berufen sind und sein Wort der Gemeinde und den einzelnen Seelen bringen, dann dürfen sie sich auch trösten, dass ihr Wort mit der Kraft des Wortes Jesu erfüllt und ausgerüstet wird also auch ein lebendiges Wort wird. Das Hören dieses Worts soll dann Leben und Seligkeit wirken. Das Verachten des Wortes aber ist ein Verachten nicht ihrer Personen, sondern ein Verachten des Herrn Jesu selbst, der sie gesandt hat und hinter seinen Dienern steht und durch sie wirkt. Aber eben solcher Trost liegt für uns, die wir unter der Aufsicht und Pflege des heiligen Amtes stehen, in der Zusage Jesu an seine Boten: Wer euch hört, der hört mich. Wenn die berufenen Diener Christi nach seinem göttlichen Befehl mit uns handeln, wenn sie uns die Gnade Gottes anbieten, wenn sie uns in der Absolution die Vergebung unserer Sünden zusprechen, so darf und soll es uns so gewiss sein, als handelte mit uns unser lieber Herr Christus selbst. Ihr Wort hat göttliche Kraft und Wirkung und wird dieselbe, an uns beweisen, wenn wir ihm nur stille halten und es mit Sanftmut als Jesu Wort hinnehmen. So süß und köstlich der Trost ist, so ernst ist die Warnung in der zweiten Hälfte des Spruchs: Wer euch verachtet, der verachtet mich. Jede Verachtung des heiligen Amtes und seiner Arbeit an uns, jede Verachtung sei's nun, dass sie nur im Herzen sich reget, oder in Wort und Werk sich kund gibt, indem wir dem heiligen Amte widerstreben, seinem Einflusse uns entziehen, seinen Ordnungen uns entgegenstellen, ist eine direkte Verachtung Jesu, der das Amt bestellt hat und für seine Diener eintritt. Was aber die Verächter Jesu zu erwarten haben, das sehen wir an dem Volke der Juden, das sehen wir an allen unsern Zeitgenossen, die kein Amt für überflüssiger halten, als das heil. Amt der Boten Christi es ruht im äußeren und inneren Leben Unsegen und Friedelosigkeit auf ihnen.
Wir danken dir, Herr Jesu Christe, dass du mit deinem seligmachenden Worte deine Boten zu uns sendest und lässt uns dein Heil und deinen gnadenreichen Willen verkündigen; verleihe uns, dass wir ihr Wort als dein Wort aufnehmen und bewahre uns vor jeglicher Verachtung deines Wortes, dass wir uns nicht selbst verderben und verloren gehen. Amen. (unbekannt)