Hört es und versteht es nicht. Verstocke das Herz dieses Volkes und lass ihre Ohren dicke sein und blende ihre Augen, dass sie nicht sehen mit ihren Augen, noch hören mit ihren Ohren, noch verstehen mit ihrem Herzen und sich bekehren und genesen.
Barmherziger Gott und Vater! Das ist das große und schwere Gericht, das du zuletzt kommen lässt über solche, welchen dein Wort lange genug angeboten worden ist, die es aber nicht haben wollen und mit Verachtung es von sich stoßen. Zwar nimmst du ihnen dasselbe noch nicht ganz um derer willen unter ihnen, die noch Verlangen tragen danach; aber als in Rätseln und Gleichnissen redest du zu ihnen, dass sie es nicht verstehen, ob sie es schon hören, als hätten sie Augen und sähen nicht, als hätten sie Ohren und hörten nicht. Denn es muss ja erfüllt werden das Wort: Wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch genommen, was er hat. Darum sprach auch dein lieber Sohn zu den Jüngern, als sie ihn fragten nach des Gleichnisses Deutung vom Säemann und von dem Samen: Euch ist es gegeben, zu wissen das Geheimnis des Reiches Gottes; den Andern aber in Gleichnissen, dass sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Ach, wo du ein solch schweres Gericht über ein Volk kommen lässt, da ists dann aus mit der Arbeit deiner Boten, die du noch sendest, und aller guter Same, den sie ausstreuen, findet nur ein unfruchtbares Land und ist verloren. Darum sei uns und unserem Lande doch fernerhin gnädig. Verschone uns und unser Volk mit solchem Gerichte, wie viel Gleichgültigkeit gegen dein teures Wort und Unempfänglichkeit auch unter uns gefunden werde. Ach, dass du doch im Gegenteil vielmehr deinen Heiligen Geist über uns reichlich ausgießen möchtest, dass wir nicht länger als mit sehenden Augen nicht sehen und mit hörenden Ohren nicht hören und mit unserem Herzen nicht verstehen. All unser Wissen und Verstand bleibt ja mit Finsternis umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllt. Schenkst du uns aber für dieses unser zeitliches Leben wieder einen neuen Morgen und leuchtet uns aufs Neue das irdische Tageslicht, so erleuchte auch unsere Herzen durch das Gnadenlicht deines Heiligen Geistes, dich recht zu erkennen und den, den du gesandt hast, Jesum Christum, dass es mit Recht über uns heißen möge: Euch ist es gegeben, zu wissen das Geheimnis des Reiches Gottes. Amen! (Carl Gottlieb Just)