Jesaja 4,6

Andachten

Und wird eine Hütte sein zum Schatten des Tages vor der Hitze, und eine Zuflucht und Verbergung vor dem Wetter und Regen.
Was wären wir ohne Jesum? besonders in den Kämpfen und in der Hitze des Lebens. Wie in der glühenden Zone die Sonnenstrahlen wie Pfeile herabfallen und Alles versengen, so leben auch wir in einer Welt voller Anfechtungen und die Flammenpfeile des Feindes verfolgen uns oft auf allen unsern Tritten und Schritten. Aber wir haben eine Hütte zum Schatten des Tages vor der Hitze und wiederum eine Zuflucht und Verbergung vor dem Wetter und Regen. Jesu Erkenntnis ist auch eine Eröffnung des Friedens und der Stille und Sicherheit. Unter seinem Kreuz, in seinen Wunden, da stürmt es nicht, da kann jeder arme Sünder seine Zufluchtsstätte finden. Er hat alle Zornesgluten auf sich fallen und die Wasser alle bis an seine Seele gehen lassen, um uns Kühlung zuzuwehen in unsern Angststunden und einen Felsenboden unter uns zu stellen, wenn wir versinken. Es gibt harte Tage, Zeiten, wo der Satan los ist in allen Ecken, wo unser Herz uns verlässt und aller Menschentrost uns ausgeht; aber Er deckt uns in seiner Hütte zur bösen Zeit; er verbirgt uns heimlich in seinem Gezelt und erhöht uns auf einem Felsen. Die große Kunst besteht bloß darin, mit dem Herrn allein zu sein. Und da müssen eben alle andern Dinge ihre Wichtigkeit für uns verlieren. Hat der Herr das rechte Übergewicht in unserem Herzen erlangt, so überwinden wir auch weit durch ihn, der uns geliebt hat. Da findet man die Hütte mitten im Tumult, den Schatten, wenn Alles um uns brennt, die Zuflucht und Verbergung bei allen Wettern und Stürmen; man fühlt dann, was es heißt: Der Herr ist freundlich und seine Güte währt ewig. Die Welt hat auch ihre Hütten, die Sünde auch ihre Verbergungsorte, aber wer sich da hinbegibt, findet alsobald das Gegenteil von dem, was er braucht. Eine Glut, die die Seele austrocknet, einen Sturm im Gewissen, den Niemand stillen kann, eine Betrogenheit, die mit unendlichem Weh erfüllt. Nichts und Niemand kann uns Jesum ersetzen; wir erkennen es aber erst dann, wenn wir Alles in ihm zusammengefasst haben, und wir nicht zwei Lebensgüter, sondern nur noch eines haben. (Friedrich Lobstein)


Und wird eine Hütte sein zum Schatten des Tages vor der Hitze, und seine Zuflucht und Verbergung vor dem Wetter und Regen.
So treibt der Geist Gottes den Jesaias vom Messias zu weissagen. Und was er im Geiste als zukünftig geschaut, das haben wir in Jesu, dem Gekommenen. Wie in den heißen Ländern die Sonnenstrahlen wie glühende Pfeile herabfallen und alles versengen, so leben die Christen aller Orten in einer Welt voller Anfechtungen und die Flammenpfeile des Feindes verfolgen uns auf allen unsern Tritten und Schritten. Wer ist ein Christ, und kennt nicht solche Zeiten, wo Alles sich zu vereinen scheint, um uns den Blick recht trübe, das Herz recht schwer zu machen, wo eine Trübsalshitze nach der andern kommt, und wir uns so recht elend und verlassen fühlen? Ja wir wären es auch, hätten wir Jesum nicht. In Ihm aber haben wir eine Hütte zum Schatten des Tages vor der Hitze, und wiederum eine Zuflucht und Verbergung vor dem Regen und Wetter. Klagt uns das Gewissen an, so fliehen wir in die Wunden Jesu, und waschen uns rein von unsrer Schuld durch sein Blut. Dringt die Sünde auf mich ein, ei so denk ich bald an Deine Pein, die erlaubet meinem Herzen, mit der Sünde nicht zu scherzen. Rauschen die Fluten der Trübsal daher, dass hier eine Tiefe und da eine Tiefe braust, so klammern wir uns an sein Kreuz, umfassen seine durchgrabenen Füße, und: Fluten der Trübsal verrauschen, vergehen, Jesus, der Treue, bleibt ewig dir stehen. Verlassen uns die Freunde, ist unser Herz tief betrübt über die Falschheit und Treulosigkeit der Menschen, sprechen wir in unserem Zagen, alle Menschen sind Lügner, wir werfen uns an sein Herz, das gebrochen ist in Treue und Liebe zu uns, und - wir verzweifeln nicht, wir ruhen an dem Herzen eines Freundes aus, der nimmer uns belügen, noch sich ändern kann. Will der Kummer uns schier erdrücken, weil wir ihn Niemand sagen können, weil Niemand uns versteht, wir eilen zu Ihm und schütten unser Herz vor Ihm aus; Ihm darfst du Alles sagen, Alles klagen, Er zählt die Tropfen deiner Tränen und versteht dein geheimstes Sehnen. Es gibt harte Tage, Zeiten, wo der Satan los ist an allen Ecken, wo es wettert und stürmt, wo unser Herz uns verlässt und ist wie geschmolzenes Wachs an der Sonne, wo aller Menschentrost uns ausgeht; aber Er decket uns in seiner Hütten zur bösen Zeit; Er verbirgt uns heimlich in seinem Gezelt und erhöht uns auf einem Felsen. Nichts und Niemand kann uns Jesum ersetzen. Wir erkennen das aber erst dann, wenn wir Alles in Ihm zusammengefasst haben, und wir nicht mehr zwei Lebensgüter, sondern nur noch Eines haben. (Anton Camillo Bertoldy)

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