Psalm 5,10

Andachten

In der Gottlosen Munde ist nichts gewisses, ihr Inwendiges ist Herzeleid; ihr Rachen ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen heucheln sie.
Aus dieser Beschreibung der Feinde und Gottlosen lernen wir, was es für ein Gräuel sei um einen unbekehrten Menschen; welch ein giftiges und böses Herz ein Mensch von Natur habe, wenn er nicht durch das Wort und die Sakramente wiedergeboren und erneuert ist. Paulus beweist aus diesem Spruch, dass alle Menschen von Natur Sünder und verdammlich seien, Röm. 3,10-13. Es sollte daher ein jeder sein böses und verderbtes Herz erkennen lernen, davor erschrecken, Gott um Seine Gnade und göttliche Regierung bitten, in wahrer Demut und Furcht Gottes leben; denn er ist von Natur nicht besser, als der ärgste Mensch auf Erden. In Adam sind alle Menschen gleich verdorben an Leib und Seele. Es ist auch keine Sünde so groß, die ein Mensch von Natur nicht begehen könnte, wenn ihn Gottes Gnade nicht erhielte. (Johann Arnd)


Ist dem so, dass der ganze Mensch an einem so verzweifelten Schaden krankt, welch großes, schwieriges Werk ist es dann, ihn wieder ins geistliche Leben zurückzurufen und mit Kraft zum Guten zu erfüllen, wenn doch alle Teile so todkrank, so schrecklich zerrüttet sind. Welch wunderbare Kur vollbringt der Heilige Geist, indem er unsere Seele genesen macht. Nur die Lunge oder Leber zu heilen, wenn sie der Krankheit verfallen sind, wird schon als ein großes Kunststück der Heilung angesehen, wiewohl es sich da doch nur um einen Teil von dir, und zwar von deinem Leibe handelt; aber dein ganzes Inneres ist Verderben (V. 10 b. Grdt.). Welch großes Kunststück ist es denn, dich zu heilen! Ein so großes, dass es göttlicher Kunst und Macht bedarf es zu vollbringen. Thomas Goodwin † 1679.


Ihr Rachen, eigentlich: ihre Kehle ist ein offenes Grab. Dies Bild stellt in markigen Zügen das unflätige Gerede der Gottlosen dar. Nichts erfüllt uns mehr mit Abscheu und Ekel als ein offenes Grab, aus dem ein verwesender Leichnam Pestdünste ausströmen lässt. Was aus dem Munde der Ruchlosen herauskommt, ist faul und stinkend. Und wie die Ausdünstung eines Grabes von der Verderbnis, die darin ist, Zeugnis gibt, so ist es mit den verdorbenen Gesprächen der Sünder. Vergleiche auch das andere Bild Jes. 57, 20: Die Gottlosen sind wie ein ungestüm Meer, das nicht stille sein kann, und des Wellen Kot und Unflat auswerfen. Und Judä 13: Wilde Wellen des Meers, die ihre eigene Schande ausschäumen. Robert Haldane † 1835.


Ihr Rachen usw. Das zeigt uns 1) dass die Reden gottloser Menschen faul, ja stinkend und schädlich sind wie Grabesdunst. 2) Wie das Grab die darein geworfenen Leiber zerstört und verzehrt, so richten gottlose Menschen mit ihren boshaften Worten andere zu Grunde; ihr Rachen ist ein Abgrund, der die verschlingt, die darein fallen. 3) Wie ein Grab, ob es auch schon viele verzehrt hat, immer bereit ist, noch mehr zu verschlingen, und nie zu sättigen ist (vergl. Spr. 27, 20; 30, 15 f.; Hab. 2, 5), so fahren gottlose Menschen, wenn sie schon viele mit ihren Worten vernichtet haben, immer noch mit ihren Schmähungen fort, suchend, wen sie verschlingen mögen. Thomas Wilson † 1653.


Ihr Inwendiges ist Herzeleid oder Verderben, Unheil. Ihre Herzen sind Lagerspeicher des Teufels. John Trapp † 1669.


Predigten