Psalm 38,6

Andachten

Meine Wunden stinken und eitern vor meiner Torheit.
Dies ist ein Gleichnis von einer schmerzhaften Wunde, mit welchem der Prophet David etlicher Maßen zu verstehen geben will die inwendigen geistlichen Wehetage und großen Schmerzen der Seele, so sie geistlich verwundet ist. Wie nun der Gestank eines faulen menschlichen Körpers unerträglich und unleidlich ist; also ist die Sünde ein solcher Gräuel, dass sie mit sich bringt den höllischen Gestank aus dem stinkenden Pfuhl des Abgrunds, gleichsam als würde ein Mensch bei lebendigem Leibe allbereit mit dem höllischen Gestanke gequält. Und kann denselben ein Mensch nimmermehr ertragen, wo er sich nicht tröstet, dass Christus unser HErr sich für uns aufgeopfert hat zu einem. süßen Geruch. Der süße Geruch aber vor Gott dem himmlischen Vater ist der freiwillige Gehorsam Christi, des unschuldigen Lämmleins, damit Er Seinen Vater versöhnt hat, der ist auch uns armen Sündern ein Geruch des Lebens wider unsere stinkende Sünde worden und wider den Gestank aus dem höllischen Pfuhl. Dass aber David hier seiner Torheit gedenkt, lehrt er uns, dass die Sünde die größte Torheit sei, dass wir um einer kurzen fleischlichen Lust willen solchen schrecklichen ewigen Jammer auf uns laden. Denn das ist ja die größte Torheit, dem sterblichen Leibe seine Lust büßen, und die unsterbliche Seele beschweren, das heißt recht einen Apfel nehmen für das Paradies. (Johann Arnd)

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