Gott heilt die zerbrochenen Herzen.
Ein zerbrochenes Herz wendet sich der Buße ernstlich zu, die Sünde verursacht einen Schrecken im Gewissen, man geht in sich, blickt in sein Herz hinein, und findet da lauter Gräuel, die einem durch die Erkenntnis Gottes immer mehr aufgedeckt werden. Ein höheres Licht deckt Einem die Hässlichkeit und Schädlichkeit der Sünde immer mehr auf, eine herzliche Reue, Hass, Abscheu geben sich immer mehr kund, man möchte los und frei sein von der Sünde, fühlt aber immer noch die Macht derselben; daher seufzt man aus dem innersten Herzensgrunde: Ach, ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem sündigen Todesleibe? Die Gnade Gottes durch Jesum Christum (Röm. 7, 25.) antwortet ihm der heil. Geist, ist das einzige Heilmittel für ein reumütiges zerschlagenes und bußfertiges Herz. Diese nähert sich Einem wieder, und durchdringt es mit ihren Flammen, wodurch ihm wieder Licht und Kraft mitgeteilt wird. (Aus einem alten Erbauungsbuch von Joh. Mich. Dilherr.)
Er heilt die zerbrochenes Herzens sind und verbindet ihre Schmerzen.
wir müssen ewig dafür danken, dass derselbe hohe und erhabene Gott, der schon vor Alters sich herabließ, die Traurigen zu trösten, zu erquicken und zu segnen, auch jetzt noch mit seiner Gnade bei den bußfertigen Menschen einkehrt. - Armer Sünder, sage ihm dein Anliegen, lass dein Seufzen vor ihn kommen, denn er heilt die zerbrochenen Herzens sind. Du liegst verwundet am Boden. „Ist da kein Arzt?“ rufst du, „keiner?“ Um dich her liegen deine Leidensgenossen - ach, sie sind so hilflos wie du selbst! Dein Klageruf verhallt ohne Antwort, nur der weite Luftkreis hört dein Stöhnen. Doch siehe, ein mitleidiges Herz besucht das Schlachtfeld, damit es nicht den Geiern der Gewissensangst und Verzweiflung überlassen sei. Ich höre Schritte. Es ist der leise Schritt dessen, der nicht kommt im Sturmwind, im Erdbeben, im Feuer, sondern im stillen, sanften Sausen. Seine Hand schleudert keine Blige, sein Auge blickt nicht zürnend, seine Lippen drohen nicht. Mit einem Herzen voll Erbarmen eilt er zu seinem bußfertigen Kinde. Sieh, wie er sich zu den zerbrochenen Herzen neigt. Höre, wie er spricht: „Ob deine Sünde gleich blutrot wäre, soll sie doch schneeweiß werden.“ Sieh, wie er die Wunden wäscht; sich, wie er die Salbe der vergebenden Gnade darauf träufelt und sie mit dem reinen, weißen Leinen, das die Gerechtigkeit der Heiligen ist, verbindet. Und wenn den Kranken eine Schwäche überkommt, so hält er ihm den Labetrunk an die Lippen und spricht: „Ich habe dich je und je geliebt.“ Ja, wahrlich, das heißt: heilen die zerbrochenen Herzen und verbinden ihre Schmerzen. (Charles Haddon Spurgeon)
Er heilt, die zerbrochenes Herzens sind, und verbindet ihre Schmerzen.
Er kann heilen. Und wie sollte er's nicht können? Hat er doch Tote lebendig gemacht, und solche Tote, die schon vier Tage im Grabe gelegen, und das bloß durch Ein Wort. Ist er doch ein allmächtiger Arzt, was muss dem nicht gelingen? Und du wolltest ihn dadurch beschimpfen, dass du besorgtest, deine Heilung übersteige seine Kraft? deine Krankheit sei großer, als seine Macht? Nein, begib dich in seine Kur; denn siehe, die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Toten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Jesus ist der Arzt. Er will heilen. Sollte er nicht? Wozu ist er denn als das Brot des Lebens vom Himmel gekommen? Wozu hat er sich denn lassen martern und schlagen? Warum sollten wir nicht ein ganz unumschränktes und unbeschreiblich Vertrauen zu ihm fassen? Sind wir etwa allzu krank, oder nicht krank genug? Weiß Jesus etwa nur für Vieles, aber nicht für Alles Rat? Kann er etwa wohl Andern, aber dir nicht helfen? Jesus ist Arzt. Aber die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Werde also recht krank, nicht halb, sondern ganz, nicht in Einem, sondern in allen Stücken; nicht dass du dieses selbst heilen zu können meinst, und jenes ihm übergibst, sondern dass du ihn allein und ganz als Arzt ehrest. Weißt, kannst du selbst noch was, so lehrt Jesus es dich nicht, und so weißt du es nicht recht - so tut Jesus es in dir nicht, und so machst du es nicht recht. Jesus ist Arzt und jeder bedarf ihn.(Gottfried Daniel Krummacher)