Beachte sorgfältig die kleinen Punkte in einem göttlichen Befehl: „anbeten zu Deinem heiligen Tempel.“ Nichts ist unbedeutend, wo es Gottes Willen betrifft. Ich kannte einen Jüngling, welcher getauft zu werden wünschte, aber seine Freunde hielten ihn zurück. Als er krank wurde, grämte er sich sehr darüber, dass er seinen Herrn nicht der Schrift gemäß bekannt hatte. „Aber Isaak,“ sagte seine Mutter, „du weißt doch, dass die Taufe dich nicht selig macht.“ „Nein, Mutter, natürlich nicht, denn ich bin ja gerettet. Aber wenn ich Jesum im Himmel sehe, möchte ich nicht, dass Er zu mir sage: „Isaak, es war eine so kleine Sache, die ich von dir verlangte, hast du mich nicht lieb genug gehabt, um sie zu tun?“ Es ist die Unwesentlichkeit der Vorschrift, welche sie zu einem so wichtigen Prüfstein des Gehorsams macht. (unbekannt)
Ich will anbeten zu deinem heiligen Tempel und deinem Namen danken um deine Güte und Treue; denn du hast deinen Namen über alles herrlich gemacht durch dein Wort. Wenn ich dich anrufe, so erhöre mich und gib meiner Seele große Kraft.
Des Königs David, deines Knechtes, Herz ist voll Dank und Freude. Deine Güte ists, o Herr, die ihm das Herz so mächtig bewegt, und deine Treue; deine Güte, welche du alle Menschenkinder erfahren lässt, und deine Treue, welche du nach den gewissen Zusagen deines Wortes an ihnen übst. Durch beide hast du deinen Namen groß und über alles herrlich gemacht in der Welt. Darum will David, dich zu ehren und dir von Herzen zu danken, anbeten vor dir in deinem heiligen Tempel; denn er hat deine Güte und Treue an sich selber erfahren und sein fröhliches Rühmen: „In der Angst rief ich den Herrn an und der Herr erhörte mich und tröstete mich“ wird darüber zu der inbrünstigen Bitte: „Wenn ich dich anrufe, so erhöre mich, und gib meiner Seele große Kraft.“ Ja freilich hast du deinen Namen über alles herrlich gemacht in der Welt und auch an uns, Herr Gott, himmlischer Vater. Darum kommen wir in dieser Morgenstunde, dir mit Herz und Munde dafür zu danken im Namen Jesu Christi. Deine Güte ist alle Morgen neu und deine Treue ist groß. Die Nacht ist ruhig vorübergegangen; dein heiliger Engel ist auf deinen Befehl göttliche Hut und Wache gewesen an unserm Lager und dein gnädiges Aufsehen hat unser Leben bewahrt. Du schenkst uns diesen neuen Tag. Du lässt uns die Sonne wieder scheinen und wirst dir, das wissen wir ja zu unserm Troste, unsere Leiber und Seelen, wirst dir alle unsere Lieben und Freunde zu gnädiger Hut diesen Tag über befohlen sein lassen. Darum haben wir, deine Knechte (und Mägde), unsere Hände vor dir gefaltet und unsere Herzen zu dir erhoben. Unser Lied preiset dich und unser Schreien zu dir sucht dich. Ob wir auch in dieser Morgenstunde unsre Gebetsopfer dir nicht darbringen in deinem dir zu Anbetung und Ehre geheiligten Hause, so sind wir doch auch hier gegenwärtig versammelt als in deinem Tempel. Du wohnest ja nicht bloß in Tempeln, von Menschenhänden gemacht. Wo zwei oder drei in deinem Namen versammelt sind, da bist du mitten unter ihnen. Lass, ach lass dir denn die Opfer wohlgefallen, die wir dir bringen. Dein väterliches Aufsehen sei über uns; dein gnädiges Angesicht leite uns. Gib uns dazu auch heute, was uns nottut, dem Leibe seine Speise, und unsern Seelen große Kraft, dir zu dienen und vor dir zu wandeln, wie es dir wohlgefällig ist, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! (Carl Just)