Psalm 118,17

Andachten

“Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werk verkündigen.“
Eine erwünschte Zusicherung dies! Sie war ohne Zweifel auf eine Verheißung gegründet, die innerlich dem Herzen des Psalmisten zugeflüstert ward, die er ergriff und sich ihrer erfreute. Bin ich in gleichem Fall wie David? Bin ich niedergedrückt, weil der Feind mich übermütig behandelt? Sind große Mengen gegen mich und wenige auf meiner Seite? Heißt der Unglaube mich niederliegen und in Verzweiflung sterben - ein besiegter, entehrter Mann? Beginnen meine Feinde mein Grab zu graben?

Was denn? Soll ich den Einflüsterungen der Furcht folgen, den Kampf und damit alle Hoffnung aufgeben? Weit entfernt. Es ist noch Leben in mir! „Ich werde nicht sterben.“ Die Kraft wird wiederkehren und meine Schwäche wird schwinden. „Ich werde leben.“ Der Herr lebt und ich werde auch leben. Mein Mund soll wiederum aufgetan werden. „Ich werde des Werk Jehovahs verkünden.“ Ja, und ich werde von den gegenwärtigen Leiden sprechen als von einem andren Beispiel der wunderwirkenden Treue und Liebe des Herrn, meines Gottes. Die, welche mir gern Maß zu meinem Sarg nehmen möchten, täten besser, ein wenig zu warten; denn „der Herr züchtigt mich wohl, aber Er gibt mich dem Tode nicht“. Ehre sei seinem Namen auf ewig! Ich bin unsterblich, bis mein Werk getan ist. Bis der Herr es will, kann kein Grabgewölbe sich über mir schließen. (Charles Haddon Spurgeon)


Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werk verkündigen.
Man kann es oftmals hören und lesen, dass es mit der Kirche Christi rückwärtsgehe; sie habe lange genug bestanden, so erklärt man uns, sie komme jetzt in die Jahre und werde altersschwach. Da sind denn auch voreilige Hände flugs bereit, ihr die Sterbeglocke zu läuten und sie ins Sterberegister einzutragen. Aber so weit sind wir doch nicht. Die Kirche Christi als sein Leib, erfüllt mit dem Lebensodem und mit den Kräften seines Heiligen Geistes, wird nimmer alt, in ewig frischer Jugend blüht sie - wenn auch als die Rose unter den Dornen -, bis ihr Bräutigam Christus kommt, sie heimzuholen. Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werk verkündigen, dies Psalmwort darf auch die Kirche Christi auf sich beziehen. Unter anderen „Lebenszeichen“ ist das Werk der Mission eines der lieblichsten und kräftigsten. Wenn in unseren Tagen die Zahl der Missionsarbeiter und Missionsarbeiterinnen von kaum 200 auf 6000 gestiegen ist, wenn 70 Missionsgesellschaften aus all' den verschiedenen Teilen der evangelischen Kirche sich herzugemacht haben, um an dem Missionsnetze ziehen zu helfen, wenn die jährlichen Missionsbeiträge von kaum einer halben Million Mark zu Anfang unseres Jahrhunderts auf 32 Millionen Mark gestiegen sind, so sind das doch so gering freilich die erst begonnene Arbeit ist für den, der sehen will, Zeugnisse genug, dass in den Adern des Leibes Christi frisches Leben pulsiert. Man kann Mission nicht treiben, erfolgreich treiben, wenn man nicht zuvor lebendig geworden ist. Erst wo man vom Schlaf sich aufgerafft hat, kann man die Glieder fröhlich regen und arbeiten. Wie in der Christenheit, so ist's auch beim einzelnen Christen. Unsere Teilnahme an der Mission durch Gebet und Opfer ist ein Lebenszeichen, daran man's inne werden kann, ob wir aus dem geistlichen Tode und dem Schlafe der Sicherheit aufgewacht sind. Die Dankbarkeit für die an unseren Herzen erfahrene Gottesliebe in Christo muss uns reizen, unsere Liebe auch der Heidenwelt kund werden zu lassen und dafür zu sorgen, dass Gottes Wort von unserer Erlösung auch ihr verkündigt werde. Prüfen wir uns darauf hin! (unbekannt)

Predigten