„Der HErr aber wird einem jeglichen vergelten nach Seiner Gerechtigkeit und Glauben.“
So sagt David zu Saul und meint sich und ihn. Es kommt viel darauf an, ob Einer in der rechten Weise gerecht ist, d. h. ob Einer redlichen Herzens ist oder den Schalk in sich walten lässt gegen seinen Nebenmenschen. Gerecht nennt die Schrift im Grunde alle, die nur keinen Schalt im Herzen haben. Nur keinen Schalk in sich tragen gegen seinen Nächsten, dass man es mit feinem Menschen böse meint, und Einem Jeden so viel wie möglich Gutes zu tun trachtet! Saul hat den Schalk im Herzen gehabt, und hat den David umbringen wollen; David hat keinen Schalk im Herzen gehabt, und hat darum Sauls Leben geschont. Diese Gerechtigkeit sieht Gott an. Man kann freilich oft ein arger Nichtsnutz sein, der von sich aus weiter nicht viel Gutes leisten kann. Deswegen muss man auch den Glauben haben, gläubig und kindlich seinem Gott vertrauen und Ihm anhangen, dann geht alles gut. Ein Glaube, der als Frucht die angeführte Gerechtigkeit hat, der fehlt uns oft, und doch sieht gerade diesen Gott an. Jetzt frisch drauf los! Gerungen und gekämpft mit Glauben und Gerechtigkeit, wie ein David, so kann die Freundlichkeit Gottes nicht fehlen, und wird über uns und Vielen die Gnadensonne aufgehen als Lohn und Vergeltung des barmherzigen Gottes. (Christoph Blumhardt)