====== Offenbarung 2,8====== =====Andachten===== **Und dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut - du bist aber reich - und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden und sind's nicht, sondern sind die Synagoge des Satans. Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tode.**\\ Der große Erzhirte, Jesus, kennt seine Schafe alle mit Namen. Er wandelt unter ihnen und trägt sie auf dem Herzen. In jeder Lage weiß er das Rechte zur rechten Zeit zu tun. Wenn er zu ihnen redet, dann geschieht das so, dass jedes genau nach seinem Bedürfnis und dem Stand seines inneren Lebens angesprochen wird. Die Anrede in den Sendschreiben lässt schon auf den Inhalt derselben und auf den Stand der Empfänger schließen. „So spricht der Erste und der Letzte, der tot war und wieder lebendig geworden ist: Ich kenne deine Trübsal und deine Armut - doch tatsächlich bist du reich.“ Welch ein Trost für die Bedrängten, die die not des Lebens bitter kosten und dabei auch noch die Verfolgungen aushalten mussten. Den Leidenden tritt Jesus als der Erste und der Letzte entgegen. Kein Leiden, keine Drangsal liegt außer dem Bereich seiner Macht, keine Not und kein Tod ist ihm unbekannt. Den Sterbenden begegnet er als der, der tot war und nun lebt. Alle Tiefen menschlicher Leiden hat er durchwatet, alle Folgen menschlicher Sünde getragen, aller Gerechtigkeit Genüge getan. Auch keine Schmähung derer, die sich mit Stolz „Juden“ nennen, in Wahrheit aber „eine Gemeinde des Satans“ geworden sind, ist ihm fremd. Er hat unter diesen Schmähungen gelitten, und weiß nun denen seinen Trost zu geben, die jetzt denselben ausgesetzt sind. Wie ihm die Leiden und Drangsale der Vergangenheit bekannt sind, so kennt er auch die Nöte der Zukunft. „Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage.“ Welch ein Trost für die Versuchten und Verfolgten, dass der Herr so genau um ihre Nöte weiß. Sie sind nicht blindem Zufall, besonders aber nicht dem grimmen Satan ziellos und schrankenlos in die Hände gegeben. Die Tage des Leidens sind genau begrenzt und gezählt. Er gibt mit der Versuchung den Ausgang und mit dem Tode das Leben. Er sagt seinen Schafen, die er unter die Wölfe sendet, nicht zu, dass die Wölfe von ihrem Grimm lassen und die Schafe schonen werden, aber die Treuen sollen überwinden, und die Überwinder werden gekrönt. „Sei getrost bis in den Tod, so will ich dir das Leben als Siegerkranz geben.“ Nicht Bewahrung aus dem Tode ist seine Gabe. Die Gemeinde zu Smyrna empfängt von dem erhöhten Herrn ein hohes Lob. Er erkennt ihre schwere Lage, ihre heißen Kämpfe an und tröstet sie, indem er ihr Furchtlosigkeit einhaucht. „Fürchte dich vor der keinem, das du leiden wirst.“ Merken wir, er gibt ihr nicht die Aussicht, dass das Leiden sie nicht treffen solle, sondern sie soll furchtlos sein in den Leiden und trotz der Leiden. Sie soll Drangsal, Armut, Gefängnis, Not und Tod überwinden, weil der Satan, der solches alles auf sie losstürmen lässt, überwunden ist. Und welch eine herrliche Verheißung gibt der Herr der Gemeinde: „Dem Sieger soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tode.“ Das Sterben des Leibes ist gering zu achten gegen den Tod, der die Seele bedroht, wenn das Gericht über die Sterbenden ergeht. Der zweite Tod ist der eigentliche König der Schrecken. Wer vor dem geborgen ist, der hat in Wahrheit das Leben. Vor diesem furchtbaren Schrecken aber sind die Sieger sicher; kein Leid soll ihnen von ihm geschehen. Darum ist es ein Geringes, dass sie in dieser Zeit den Leiden und Kämpfen ausgesetzt sind. Denn die Trübsal, die zeitlich und leicht ist, wirket ein Schwergewicht der Herrlichkeit denen, die nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Darum dürfen die Überwinder sich neben der Hoffnung auch der Trübsal rühmen, dieweil sie wissen, dass auch diese zu ihrer Vollendung mitwirkt und zu ihrer Verherrlichung nötig ist. (Fries, Friedrich) ---- Smyrna ist ein Bild der Gemeinden und einzelner Christen, die äußerlich unglücklich, doch, um ihrer Treue willen überschwänglich glücklich sind; denn sie ist mit allem ihrem Unglücke, mit ihrer Krankheit und Verlegenheit, ihren misslungenen Hoffnungen, ihrem nicht fortgehenden Geschäfte, mit den Einbußen ihrer Güter und den Verlusten ihrer Liebe, ja, mit dem Schmerzgefühl, dass viel, sehr viel ihr mangele, ehe sie zur Vollkommenheit gedrungen, dass sie aus sich selber nichts Gutes habe und in eigener Kraft auch nicht vermögend sei, sich irgend etwas davon zu verschaffen; mit dem Hass und der Schmach der Welt und der Heuchler und den Anklagen des eigenen Herzens dem Herrn bekannt, dem treuen Hohenpriester, der wohl Mitleid haben kann mit unserer Schwachheit; Er spricht zu ihr: „ich weiß deine Armut;“ und das ist schon ein großer Trost! sie wird dabei von Ihm geliebt und gelobt; kein einziges Strafwort kommt im ganzen Sendschreiben vor, Alles haucht von Anfang bis zu Ende nur Liebe. Zu der geistlicharmen, blöden und verzagten Smyrna sagt der Erste und der Letzte: du bist reich! Wenn sich kein Mensch um sie kümmert, Jedermann sie vielmehr ausstößt, Jesus hat das alte Herz für sie. Wollen wir Ihm nicht mehr glauben als uns selbst? Lasst unser Herz uns verdammen, wenn wir uns an Ihn halten, so spricht Er uns immer wieder los. Wird Smyrna auch fort und fort heimgesucht, so geschieht auch das nur aus Liebe, und wenn sie treu bleibt bis in den Tod, wird sie von Ihm mit seiner Krone gekrönt. Seine Krone ist die Lebenskrone. Lockt sie dich nicht, meine Seele? O schrecke dich wenigstens das glühende eiserne Stirnband, das der zweite Tod Macht hat, dir anzulegen. Vor dem fürchte dich denn, nach dem ewigen Leben sehne dich, und aus beiden Ursachen sei treu, meine Seele! Wie es Smyrna ging, so geht es auch dir im treuen Nachbilde von Smyrna. Amen. (Friedrich Arndt) ---- **Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: Ich weiß deine Werke und deine Trübsal und deine Armut fürchte Dich vor der keinem, das du leiden wirst. Siehe, der Teufel wird etliche ins Gefängnis werfen, dass ihr versucht werdet; und werdet Trübsal haben zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.**\\ Der da tot war und ist lebendig geworden, der stärkt die Seinen zur Treue und zum Ausharren in der Zeit der Trübsal und Anfechtung. Darum, weil Er selbst durch das Todesleiden hindurch gegangen und selbst den schwersten Kampf wider die alte Schlange bestanden hat, so kann Er nun Mitleid haben mit unserer Schwachheit und helfen Denen, die versucht werden. O, Er hat ein zartes Erbarmen, ein treues Aufsehen, eine ausgestreckte Helfer-Hand! „Ich weiß es Alles,“ spricht Er; Deine Werke, Deine Trübsal, Deine Armut, Dein Gefängnis, Deine Versuchung, ich weiß es Alles! denke doch nur ja nicht, dass irgend Etwas vor mir verborgen, oder übersehen und unbeachtet sei; ich trage es Alles auf meinem Herzen: Darum aber auch, fürchte Dich nicht! zehn Tage währt's nur, was sind zehn Tage gegen die Ewigkeit? - Nur getreu; getreu im festen, starken Glauben: Er ist dennoch der Herr, und ist dennoch größer als das Alles! - getreu im Bekenntnis, und wenn auch die Welt voll Teufel wär', lachten und spotteten, und schössen feurige Pfeile, dennoch laut und freudig ihnen ins Angesicht gerufen: In Jesu Namen das Heil! In Jesu Kreuz der Sieg! Getreu im Beten, und ob auch die Seele matt und müde werden wollte, dennoch angehalten mit Seufzen und Flehen: Erbarme Dich, erbarme Dich, Herr, mein Erbarmer über mich! - Getreu bis zu allerletzt, „wenn Sinne und Gedanken, wie ein verlöschend Licht hierhin und dahin schwanken“, auch dann noch mit den umflorten Augen auf Ihn geschaut, und mit den zitternden Händen nach Ihm gegriffen. Es lohnt sich ja! die Krone des Lebens ist es wohl wert! Ach, lasst uns ohn' Unterlass wachen und beten um das Getreusein bis in den Tod, gleich jetzt sprechen: Halt' mich bei Deiner rechten Hand, die so viel Treue an mich gewandt, dass ich getreu bleibe bis an den Tod! Amen! Herr Jesu! Amen! (Nikolaus Fries) ---- **Und dem Engel der Gemeine zu Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte. **\\ „Er ist der Letzte“ - dies ist nicht so zu verstehen, als ob einmal Alles aufhören und nur er allein bleiben werde. Vieles wird freilich vergehen; diese Erde, der Schauplatz von Satans Zorn, diese Erde, welche verderbt ist durch den Frevel der Menschen, wo so viel unschuldiges Blut geflossen, wo so viel Böses geschehen ist, so viele Gräuel im Finstern und Offenbaren, wird freilich einst vergehen; das Sichtbare hat keinen Bestand, das Unsichtbare muss an seine Stelle treten, ja die Erde wird einst fliehen, gescheucht von dem Strahl des Mundes Jehovas, und auch der Himmel wird sich verwandeln; die ganze sichtbare Welt wird ins Unsichtbare und Unverwesliche verändert werden. Ja „wir warten eines neuen Himmels und einer neuen Erde, auf welcher Gerechtigkeit wohnt.“ Es wird Manches vergehen, wenn die Stimme erschallen wird, welche gewiss und wahrhaftig einst erschallt: „Siehe ich mache Alles neu, das Alte ist vergangen, siehe es ist Alles neu geworden.“ Aber dennoch wird auch Manches bleiben; die Seelen der Menschen werden bleiben, und ihr Lohn mit ihnen. Die Gerechten werden eingehen in die ewige Freude, und die Gottlosen in die ewige Pein. Ich bin der Rechte“ - heißt also so viel: Ich bin über alle Zeiten erhaben, der Ewige, Der, von dem Alles ausfließt und auf den Alles zurückfließt, der ewige Gegenstand der Sehnsucht, des Lobes und der Anbetung aller Kreatur. Wäre er nicht ewig, so hätten die Seinigen keine Hoffnung, dass auch sie berufen sind zu seiner ewigen Herrlichkeit: nun aber ist er das A und das O, der Anfang und das Ende, der Erste und der Letzte, mit Einem Worte Jehova, und darum werden auch sie leben von Ewigkeit zu Ewigkeit. (Ludwig Hofacker) ---- **Und dem Engel der Gemeine zu Smyrna schreibe: Das sagt der (Erste und der) Letzte.**\\ Himmel und Erde werden vergehen, sie werden sich verwandeln wie ein Kleid, die Sterne werden vom Himmel fallen wie die Blätter vom Baume, ja selbst der Himmel, die Sonne und der Mond und die Sterne werden entfliehen, und für sie wird keine Stätte mehr gefunden werden: der Heiland aber bleibt, er ist der letzte. O was sind die Menschen? Von gestern her, die in der Zeit vergehen, Werke des Augenblicks, Gebilde des Staubs, die wieder in Staub zerfallen, wie des Grases Blume, die da schnell blüht und bald welk wird. Wo sind die Feinde Christi, die sich gegen ihn empört, gegen sein Evangelium gestritten und gegen seine Gemeinde gewütet haben? Wo sind die Herodes, die dem Heiland nach dem Leben getrachtet, ihn verspottet und verhöhnt haben? Siehe, der Engel des HErrn hat sie geschlagen. Wo ist Pilatus? Wo sind die Pharisäer und Schriftgelehrten, die als grimmige Wölfe den Heiland umgaben und ihren Rachen aufsperrten gegen ihn? Wo ist das Volk, das so laut seine Stimme erschallen ließ: „kreuzige, Kreuzige ihn?“ Wo sind die Kaiser und die Leute, die eine Verfolgung nach der anderen ausgeschrieben haben, denen ein Christenleben so viel galt als das Leben einer Mücke? Wo sind die Kriegsleute und die Starken, die zu Helfershelfern der Ungerechtigkeit sich brauchen ließen, welche die Mordwerfzeuge gehandhabt und die Scheiterhaufen zu prasselnden Flammen angeschürt haben, weil sie den Menschen mehr gehorchten als Gott? Wo sind die Wüteriche alle, wo sind die Päpste, die sich mit Christenblut befleckt haben? Wo sind die aufgeblasenen Menschen alle, die sich gegen Christum gesetzt haben? Ihre Stätte findet man nicht; ihre Gebeine modern längst der Vergessenheit entgegen; ihre blutigen Hände sind längst verfault und ihre Seelen sind gegangen an den Ort, wo sie gehörten, und werden aufbehalten bis auf den Tag des Gerichts, wo aller Zorn Satans und alle Weisheit der Menschen und alle ihre Wut gegen den HErrn und seinen Gesalbten, und all ihr Trotz und all ihr Vertrauen auf Fleisch und ihren Arm seinen gerechten Lohn finden, wo das Wort des Apostels in Erfüllung gehen wird: „der HErr Jesus wird erscheinen mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelium unsers HErrn Jesu Christi.“ Sie Alle sind dahin; unser HErr und einiger Heiland aber ist geblieben, und mit ihm sind Alle geblieben, die seinem Worte geglaubt haben; sein Wort ist geblieben und wird auch bleiben in Ewigkeit. JEsus Christus, gestern und heute und Derselbe in alle Ewigkeit. (Ludwig Hofacker) ---- **Und dem Engel der Gemeine zu Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig worden. **\\ Darin liegt ein großer Trost; o wie fein weiß er seine Knechte zu trösten! Denn warum war er tot? Warum hat sich sein Haupt voll Blut und Wunden im Tode geneigt? Ach aus purer lauterer Liebe! Und warum ist er wieder lebendig geworden? Darum, weil er der Lebensfürst war, weil ihn die Bande des Todes nicht halten konnten. Er hat dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht, und durch seine Auferstehung werden auch alle, die an ihn glauben, in das unvergängliche, unverwesliche und unverwelkliche Leben versetzt werden. So wollte der Heiland durch jenen Beisatz dem Bischof seine unaussprechliche Liebe, aber auch seine herrliche Gottesmacht ins Gedächtnis zurückrufen. Er wollte ihm zurufen: Siehe, du wirst sterben um meines Namens willen; fürchte dich nicht, ich war auch tot, darum achte es eitel Freude, denselben Kelch mit mir zu trinken und dich taufen zu lassen mit der Taufe, damit ich getauft wurde; leide mit mir, so wirst du auch mit mir herrschen; stirb mit mir, so wirst du auch mit mir leben; kämpfe mit mir, so wirst du auch mit mir triumphieren. Ich war tot und bin wieder lebendig geworden; darum werde ich, das Haupt, dich, das Glied, nicht im Tode lassen, sondern mit mir in die Unvergänglichkeit versetzen. Denn wo ich bin, da soll mein Diener auch sein; ich lebe und du sollst auch leben.“ O meine Lieben! gehören wir zu denen, zu welchen der Bischof gehörte, nämlich zu den Knechten Christi, zu den Kindern des lebendigen Gottes, die ihm zu lieb auch ihr Leben in den Tod opfern können? Wenn uns unser Gewissen ein gutes Zeugnis auf diese Frage gibt, so können wir unserem Ende, mag es ein natürliches oder gewaltsames sein, mit Freuden entgegengehen. Denn der Heiland spricht: „Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe, und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.“ Glaubst du das? Ja wer an ihn glaubt, der wird nimmermehr sterben! (Ludwig Hofacker) ---- **Und dem Engel der Gemeine zu Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der letzte.**\\ Dieses Wort ist besonders wichtig zur Aufrüstung auf die letzte Zeit. Die Schrift weissagt ja deutlich, dass in der letzten Zeit eine große Not über die Kirche Christi hereinbrechen und die wahren Gläubigen in schwere Verfolgung hineingeraten werden. Denn es wird der Abfall kommen und der Mensch der Sünde, das sind des Verderbens wird offenbar werden, der da ist ein Widerwärtiger und sich erhebt über Alles, das Gott oder Gottesdienst heißt, also dass er sich jetzt in den Tempel Gottes als ein Gott, und gibt vor, er sei Gott, und er wird herrschen und regieren und die Menschen zum Unglauben und zum Abfall verführen und zwingen. Da gilt es denn daran zu denken, dass der Heiland der Erste ist. Das ist im Ganzen dasselbe, was der Apostel Johannes sagt im Anfang seines Evangeliums: „im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Alle Dinge sind durch dasselbige gemacht, und ohne dasselbige ist nichts gemacht, was gemacht ist.“ Ehe noch irgendetwas war, ehe noch die Welt geschaffen war, vor Allem bin ich, ich, der ich allein mit völligem Recht Ich heiße, denn ich bin, der ich bin, Jesus Jehovah. Daran wird es gelten, in der letzten Zeit zu gedenken und sich des Posaunenrufs zu erinnern: „fürchtet Gott, gebt ihm die Ehre, denn die Zeit seiner Gerichte ist gekommen.“ Ja wer da die Menschen mehr fürchten wird als Gott, wer sich vom HErrn nicht einen Heldenmut wird schenken lassen, nicht einen festen Blick auf das Unsichtbare und auf das ewige Königreich Gottes, wem es nicht recht klar und lebendig im Herzen stehen wird, dass er der Erste ist, der wird die Versuchung nicht aushalten, sondern abfallen und ewige Schande und Pein einernten. Dazu wolle er uns selber ausrüsten, denn Mit unsrer Macht ist nichts getan, \\ Wir sind gar bald verloren; \\ Es streit für uns der rechte Mann, \\ Den Gott hat selbst erkoren; \\ Fragst du, wer der ist? \\ Er heißt Jesus Christ, \\ Der HErr Zebaoth, \\ Und ist kein andrer Gott: \\ Das Feld muss er behalten. Amen! (Ludwig Hofacker) ---- **Und dem Engel der Gemeine zu Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war, und ist lebendig geworden: Ich weiß deine Werke, und deine Trübsal, und deine Armut (du bist aber reich), und die Lästerung von denen, die da sagen, sie sind Juden, und sind es nicht, sondern sind des Satans Schule. Fürchte dich vor der Keinem, das du leiden wirst. Siehe, der Teufel wird Etliche von euch ins Gefängnis werfen, auf dass ihr versucht werdet, und werdet Trübsal haben zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will Ich dir die Krone des Lebens geben. Wer Ohren hat, der höre, was der GEist den Gemeinen sagt: Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem andern Tode.**\\ Die Gemeinde zu Smyrna ist die zweite Gemeinde, an welche der heilige Seher schreibt, und wieder ist es ein Trostwort, welches er derselben entgegen bringt. Er ist der Erste und der Letzte, d. h.: in Ihm ist alles Leben, und daher gibt Er auch alles Leben. Aber obgleich Er die ganze Welt besitzt, kümmert Er Sich doch um die Leiden der Seinen. Er weiß gar wohl, was in der Gemeinde vorgeht, die in großer Trübsal ist. Es war eine arme Gemeinde, und sie war hart bedrängt von den Heiden, welche von den Juden aufgeregt waren. Aber der HErr sagt ihr, Er kenne ihre Trübsal und auch ihre Armut, aber Er gibt ihr zu bedenken, dass sie nur scheinbar arm, in Wahrheit aber reich sei, denn sie ist reich an Liebe, reich an Glauben, reich an Erkenntnis, und der Reichtum ist ein wahrer Reichtum, denn der bleibt, wenn Alles im Tode verschwindet. Arm und doch reich, traurig und doch fröhlich! Ja, die Christen sind geheimnisvolle Wesen; sie tragen ihre Schätze nicht zur Schau, aber selbst die Welt muss erkennen, dass sie Schätze haben, und zwar Schätze, welche Niemand rauben kann. Endlich aber sagt der HErr auch zu der Gemeinde zu Smyrna, dass Er die Zeit ihrer Leiden genau bestimme. Zehn Tage wird die Leidenszeit währen, dann aber wird GOtt sie entreißen den Händen ihrer Verfolger. Die Leidenszeit soll auch für sie eine Läuterungszeit sein. Darum kann GOtt ihnen eine solche Zeit nicht ersparen, denn der Satan muss ja auch wider Willen dem Reiche GOttes dienen. Wir nehmen doch auch unsern Kindern nicht Alles, was ihnen missfällt, sondern sagen ihnen: Wer die Rosen haben will, darf sich vor dem Stechen der Dornen nicht scheuen. Wer von seinem Schmutze gewaschen werden will, darf nicht darüber klagen, dass das Wasser nass sei. Wer in den Himmel kommen will, darf über die Leiden nicht klagen, denn durch Trübsal hier geht der Weg zu Dir!“ Smyrna ist die Märtyrerkirche, und ihr wisst es ja, dass dieselbe zehn große Verfolgungen durchgemacht hat. Also diese zehn blutigen Verfolgungen hat GOtt zugelassen, um Seine Kirche zu läutern. Wir wissen, wie nötig ihr solche Läuterungszeit war, denn gleich nach der Verfolgungszeit kam die Zeit der Irrlehre. Ihr wisst ja auch, wie GOtt die Zeit der Leiden plötzlich wendete, so dass die Verfolger der Kirche selbst ihre Freunde wurden. Bedenke, wenn du in der Trübsal wanderst, der HErr hat sie voraus gesehen und hat auch voraus bestimmt, wie lange sie währen soll. Du stehst in des HErrn Hand und nicht in deiner Feinde Hand. Sei getrost und unverzagt, Israels GOtt kann Israel nicht sinken lassen, und in dieser Verfolgungszeit gilt es, treu zu sein bis an den Tod. Also nicht dann und wann einmal treu und dann und wann einmal untreu, wie die Weltchristen meinen, sondern treu bis zum letzten Seufzer. Nur die Treuen empfangen die Krone des Himmelreichs. Treu bis zum Tode, das ruft dir die Adventszeit zu. Du hast noch dein Blut nicht für den HErrn JEsum vergossen; wenn dir schon die Versuchung zu schwer sein wollte, dann wärest du des ewigen Lebens nicht wert. Darum denke an die Märtyrer, wenn du über die Verfolgung der Welt seufzen willst. Darum treu, nur treu! Amen. (Johannes Paulsen) =====Predigten===== {{tag>Fries_F_Andachten Arndt_F_Andachten Fries_N_Andachten Hofacker_Ludwig_Andachten Paulsen_Johannes_Andachten}}