====== Hebräer 13,10====== =====Andachten===== **Wir haben einen Altar, davon nicht Macht haben zu essen, die der Hütte pflegen.**\\ Die der Hütte pflegen sind die, welche nach Israels Weise das Passahlamm schlachteten und genossenen, während der Altar, den wir haben, das Kreuz auf Golgatha ist, an welchem der ewige Hohepriester sich als das fehlerlose Lamm und vollkommene Lösegeld Gott zum Opfer gebracht hat. Daran bekommen wir wesentlich teil im heiligen Abendmahle, und so führt unser Wort zu einer Betrachtung der Segnungen des heiligen Mahles, wie sie schon im alttestamentlichen Passah vorgebildet waren. Das Passahlamm, welches geschlachtet wurde, musste nach den in 2 Mos. 12 gegebenen Vorschriften fehlerlos sein, um auf die unbefleckte Heiligkeit des wahren Opferlammes hinzudeuten. Christus ist der Heilige, der uns zu gut sterben und uns seine Gerechtigkeit zurechnen konnte. Mit dem Blute des Lammes mussten die Türpfosten und die Oberschwelle der Häuser, in denen es genossen ward, besprengt werden, damit der Würgengel vorübergehe. So soll das für uns vergossene Blut Christi unser Gewissen reinigen, damit es das Eindringen und das Inwohnen böser Lüste verhindere. Ferner sollte Israel in völliger Reiseausrüstung das Passah essen: die Lenden umgürtet, die Füße mit Schuhen bekleidet, als solche, die hinwegeilen. Das ist vorbildlich für den Pilgersinn, welcher die Abendmahlsgenossen auszeichnet; sie sollen ja nicht zu den Weltmenschen gehören, von denen es Psalm 49 heißt: „das ist ihr Herz, dass ihre Häuser immerdar währen, dass ihre Wohnungen bleiben für und für und sie große Ehre haben auf Erden!“ Nein, sie sind die Fremdlinge, welche auf der Reise nach der Heimat das Abendmahl als Wegzehrung empfangen. - Das Lamm musste ganz genossen und es durfte nichts davon übrig gelassen werden. Darin sehen wir die Mahnung, die Gnadengaben Christi nicht nur stückweise, sondern ganz empfangen zu wollen und wirksam werden zu lassen. Der Herr ist ein einiger und gibt sich in seiner Herablassung jedem empfänglichen Herzen auch nicht stückweise, sondern ganz. Kein Fremder sollte am Passah teilhaben. So darf kein Unbußfertiger und Heuchler dem Altare Gottes nahen; er würde sich ein Gericht essen. Nicht zwar die Sünde selbst scheidet, sondern der Mangel an Erkenntnis derselben und das fehlende Verlangen nach Vergebung. Wer diese wünscht, weil er die Sünde mit Schmerz erkennt, der ist kein Fremder mehr, wie viel er auch gesündigt habe. Was das Passahlamm vorbildet, das ist durch Christum im Abendmahle erfüllt; denn es gibt uns volle Erlösung und Vergebung, Reinigung und Absterben des alten und Leben des neuen Menschen und Mehrung des Pilgersinnes. Das ist unser heiliger Altar, zu dem wir immer wieder treten dürfen. Er ist der Vereinigungspunkt der Pilger nach dem himmlischen Kanaan. Ein Blut der Besprengung, ein Lösegeld, eine Gerechtigkeit und ein Leben, das alle durchdringt, wird uns zu teil, und wir geloben, unserm gemeinsamen Haupte nachzufolgen: dem dornengekrönten und erhöhten Jesus. Herr, wir nahen uns mit Zagen, denn ohne deine Gnade sind wir von der Gliedschaft deines Hauses ausgeschlossen. Von Natur verdienen wir dein Gericht, aber in deinem Tode ist unser Leben. Wir halten deinen Altar hoch und bitten, gib uns daran stets gesegneten Anteil zur Stärkung für die Weiterreise! Amen. (Rudolf Wenger) =====Predigten===== {{tag>Wenger_Rudolf_Andachten}}