======Johannes 6,4====== =====Andachten===== **Es war nahe die Ostern, der Juden Fest. Jesus aber sprach: Schafft, dass sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brote, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, dass nichts umkomme. Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gerstenbroten, die überblieben denen, die gespeist worden.**\\ Viel Volks war dir nachgefolgt, lieber Herr Jesu. Es wurde zu dir gezogen von den Zeichen und Wundern, die es bei dir sah. Doch hatte es nur irdische Gedanken, wie sichs nachmals auswies, da es dich zum Könige machen wollte. Dich jammerte sein. Waren sie doch, wie die Schafe, die keinen Hirten hatten. Gingen sie doch nicht einer Weide nach, da ihre Seelen satt werden konnten. Den natürlichen Hunger willst du stillen durch natürliche Speise, dargereicht von deiner Wunderhand. Mit fünf Broten speisest du jetzt ihrer bei fünftausend. Vielleicht dass sie dich suchen und annehmen als das Brot vom Himmel gekommen, das ihre Seelen kann satt und selig machen. Das bist du uns und als solches suchen wir dich, lieber Heiland, Herr Jesu. In den Händen deiner Feinde, die dich gebunden hinwegführten vor das Gericht der Juden, haben wir dich gestern verlassen. Doch ist unser Herz und Sinn bei dir und spricht noch immer: Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Bald folgen wir dir wieder auf deinem Leidenswege und begleiten dich in das Gericht vor dem Hohenpriester und den Obersten des Volkes. Nur heute hält uns das selige Wort unsers Sonntagsevangeliums, das wir in deinem Hause zu hören gehen und jetzt dazu gemeinschaftlich uns bereiten wollen. Gib uns durch deinen Heiligen Geist doch zu erkennen, wie dich jammert des Volkes, das nichts zu essen hat und das, so du es ungesättigt wolltest von dir lassen, unterwegs in der Wüste verschmachten müsste. So jammert dich unser noch heute und du, der du reich bist und mächtig über alles, brichst uns das leibliche Brot zur ausreichenden Notdurft, segnest uns aber noch mehr in die Hülle und Fülle mit geistlichen Gaben in himmlischen Gütern. Das rechte eigentliche Brot, dass unsere Seelen nicht sterben möchten, ist ja dein Fleisch, das du geben wolltest für das Leben der Welt. Nun, lieber Heiland, jedes Wort, das du besonders in dieser heiligen Passionszeit von deinem Leiden zu uns redest, jedes Zeichen, das du tust, jeder Kampf, in den du dich begibst, jede Wunde, die man dir schlägt, jede Verachtung und Verwerfung, die du erfährst, ist eine solche Seelenspeise zum ewigen Leben uns, die wir glaubensfreudig solches mit anschauen und, in treuer Liebe an dich hingegeben, dir nachfolgen. Durch den Mund und aus dem Zeugnis deines Knechtes, unsers lieben Seelsorgers, teile uns auch heute davon reichlich mit, dass unsere Seele in Wollust fett werde und wir fröhlich rühmen: Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, wie sollte er mit ihm uns nicht alles schenken. Amen. (Carl Gottlieb Just) =====Predigten===== {{tag>Just_Carl_Andachten}}