======Johannes 20,24====== =====Andachten===== **Thomas aber war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, dass ich in seinen Händen sehe die Nägelmale, und lege meinen Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in seine Seite, will ich es nicht glauben.**\\ Die zehn Apostel haben für Thomas noch nicht so viel Glaubwürdigkeit wie seine zehn Finger. Das ist die Art der Zweifler. Freilich stehen die jetzigen viel schlimmer da als Thomas: Damals hatte der Herr einen Tag gelebt; und jetzt lebt er an die 2000 Jahre. Damals verkündigten zehn Männer seine Auferstehung; hernach hat sie die ganze apostolische Kirche verkündigt. Die ganze Kirche singt und preist den Auferstandenen. Und dabei stehen doch Tausende von kalten Herzen, und sagen: „Ich habe ihn nicht selbst gesehen, ich kann es nicht glauben.“ Welcher Hochmut liegt darin, wenn du nur das glauben willst, was du gesehen hast! Wie schmal wird der Strom der Wahrheit, wenn nur der kleine Streifen Geschichte Wahrheit sein soll, den du mit deiner Gegenwart berührt hast, oder der in deine Gedanken passt? Aber nein, so eng willst du es ja doch nicht nehmen. Was andere Leute erzählen, das glaubst du. Nur was diese Apostel erzählen, das willst du nicht glauben. Andere, die überall ihre Ehre in ihren Bericht einweben, sind dir Autoritäten; und diese, welche ihre eigene Schwachheit mit berichten, sind dir keine. Was die Zeitungen melden, die alle Jahre so viele Widerrufe ihrer eigenen Nachrichten liefern müssen, das glaubst du; was aber das Wort Gottes, welches zuletzt immer Recht behalten hat, berichtet, das bezweifelst du. Was sonst in der Geschichte allein dasteht, das ist dir nicht zu unerhört, du glaubst es. Was sich aber als Beweis der ersten großen Auferstehung in jedem zum Leben erwachten Herzen wiederholt, das zweifelst du an. O siehe doch deine Torheit. Ach, treuer Herr, wir wissen es wohl, dass wir uns oft mit Unglaube und Kleinglaube an dir versündigen. O mache uns im Glauben recht fest, dass weder die eigene Vernunft noch die Welt uns irre machen kann an dir, dem Auferstandenen. Wir schaden ja nur uns selbst mit unserm Unglauben. Mit dir, dem lebendigen Heiland, verlieren wir ja das eigene Leben; unsere Hoffnung, unsere Kraft, unser Lebensglück, unsere Vergebung der Sünden hängt ja an dir. Darum, wenn wir dich nicht halten wollen, so halte du uns zu unserm eigenen Heile. Amen. (Friedrich Ahlfeld) ---- **Thomas aber, der Zwölfen einer, der da heißt Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, dass ich in seinen Händen sehe die Nägelmale, und lege meinen Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in seine Seite, will ich es nicht glauben.**\\ Ist denn nun der Jünger Thomas wirklich der Patron aller Zweifler und Ungläubigen? Das sei ferne! Man frage sie nur, ob denn das auch ihr Sehnen und Verlangen, was Thomas so heiß und inbrünstig begehrte: zu legen seine Finger in die Nägelmale und seine Hand in die offene Seite. Und wenn sie aufrichtig sind, dann werden sie alsbald bekennen: Das wollen und möchten wir eben gar nicht und wäre uns fürchterlich! - Für wen und um wes willen ist denn der kleingläubige Jünger hingestellt in den Glanz der heiligen Oster-Geschichte? Für alle Diejenigen, die da sprachen aus Herzensgrund: „Nach eines Thomas' Glücke nur auf zwei Augenblicke möcht' ich wohl tausend Meilen auf wunden Füßen eilen!“ die aber in Schwermuts-Höhlen liegen, bedrückt und beengt im Geiste; denen der Himmel trübe geworden und die Sterne hinter Wolken getreten; welche der Feind ansieht und schießt seine feurigen Pfeile auf sie, dass ihnen angst und bange wird, und fragen mit Seufzen: ach, wenn's doch nur Alles wahr ist? wenn dieser Jesus doch nur wirklich von den Toten auferstanden ist? wenn Er doch nur lebt und ich Teil an Ihm habe? - Wir leben ja in einer Zeit, wo der Unglaube frecher und trotziger denn je einhergeht, wo die trunkene und tolle Wissenschaft auf ihre Resultate pocht, blickt mitleidig herab auf die Gläubigen und spricht achselzuckend: „Ihr armen Toren!“ Das hat schon Manchen angefochten. O, wir wissen ja aber doch, wie es dem Thomas ergangen! wir kennen sie ja die überirdisch herrliche Jesus-Geduld und holdselige Freundlichkeit, welche Ihm die Wunden wies, und blicken auf zu dem schönen Stern, welchen Jesus uns angezündet hat mit dem Wort: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ Was bedarf's denn mehr? (Nikolaus Fries) =====Predigten===== {{tag>Ahlfeld_F_Andachten Fries_N_Andachten}}