======Johannes 14,23====== =====Andachten===== **Wer mich liebt, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird es euch Alles lehren, und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.**\\ O seliges Herz, das der Geist zu einer Wohnung, zu einem Tempel Gottes macht, in dem der Vater, in dem der Heiland nicht bloß in einzelnen Stunden Einkehr halten, in dem er bleibend wohnen kann. Das Herz empfängt dann auch alle anderen Pfingstgnaden. Vor Allem die, dass der heilige Geist die Jünger lehren und sie erinnern soll alles des, das Jesus ihnen gesagt hatte. Das feine, gute Land hat den Samen aufgenommen, aber noch liegt es tot da. Fällt aber der Regen vom Himmel, dann wächst es über Nacht mächtig und herrlich empor. So mit den Jüngern, so heute mit uns. Der heilige Geist ist der gnädige Pfingstregen, der über uns kommen muss; dann wird das Wort, das wie tot in unsern Herzen lag, lebendig und fruchtbar. Dann wird das Wort, das wir längst gehört, nun auf einmal hier unser Trost, dort unsere Warnung, hier unser Gericht, dort unser Frieden. Von uns selbst haben wir keinen Frieden in unsern Herzen. Wir erfahren es nur zu sehr, alle Tage. Aber Christus hat ihn für uns teuer erworben und wiedergebracht. Und der heilige Geist bringt ihn in unsere Herzen hinein. Selig, wer diesen Frieden hat; dessen Herz erschrickt nicht und fürchtet sich nicht; der hat eine Macht wider alle Angst der Welt. (Adolf Clemen) ---- **Jesus sprach: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.**\\ O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Christ, unser Meister, heiligt die Geister. Freue dich, freue dich, Christenheit! Ja, Pfingsten ist eine Freudenzeit. Es ist aber die Pfingstzeit so recht eine Freudenzeit, weil alle Freude und aller Friede, die bisher in Jesu Christo als dem Brunnen aller seligen Freude gewohnt hat, heraustritt in die Gemeinde. So ist nun heute der eigentliche Lebenstag unseres Geschlechtes, sein wahrer Frühlingstag, sein schönster Freudentag. Der Vater und der Sohn kehren im heiligen Geist wieder ein in die erlöste Gemeinde. Gleich an dem ersten Pfingsttage sehen wir beim Blick auf die erste Pfingstgemeinde, dass in den Jüngern ein Neues geworden ist. Das sind nicht mehr die alten unklaren Galiläer, die so gern an ein irdisches Reich dachten. Das sind nicht mehr die blöden Galiläer, die für das eigene liebe Leben fürchteten und flohen. Es lebt und waltet ein Anderer in ihnen, es redet ein Anderer aus ihnen. Christus lebt in ihnen, ihres Vaters Geist redet aus ihnen. Und dieser Geist ist in der Gemeinde geblieben. Er ist mit dem Wort und Glauben von einer Gemeinde zur andern gezogen bis an die Enden der Erde. Er wird nie weichen, bis er auch die letzten Gläubigen zum Eingange in die Herrlichkeit vollbereitet hat. So komme denn, du gnadenreicher heiliger Geist, und kehre bei uns ein. Komm als ein Tau und richte das welke Pflänzlein unseres Glaubens auf, dass alle seine Blätter emporstehen zu dem Herrn, der sich der armen Sünder aus unverdienter Barmherzigkeit angenommen hat. Komm als ein Licht und erleuchte uns über unsere Sünde und Schuld und über die unaussprechliche Gnade, die uns in Christo widerfahren ist. Erleuchte uns über dich selbst, über dein heiliges Wesen und Amt. Komm als der wahre Frühling, wehe uns an und durchdringe uns, damit alle Zweige an dem Weinstock Jesu Christo jetzt grünen, wie draußen jeder lebendige Zweig an Baum und Strauch treibt und grünt. Komm als ein Feuer und entzünde in uns den brünstigen Dank gegen Gott unseren Heiland und die ungefärbte Liebe gegen unsere Brüder. Schenke uns Pfingstfreude, und segne uns dieses Fest aus Gnaden. Amen. (Friedrich Ahlfeld) ---- **Jesus antwortete und sprach: Wer mich liebt, der wird meine Worte halten und mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. **\\ Der Apostel Judas (nicht der Ischarioth) fragte den Heiland: HErr, was ist es, was ist denn geschehen, was ist denn vorgefallen, - dass du dich uns willst offenbaren und nicht der Welt? Der Heiland antwortete ihm: wer mich liebt, dem werde ich mich offenbaren, dem wird sich auch mein Vater offenbaren, in dem werden wir Beide Wohnung machen. Deswegen, wird er sagen, geschieht es, deswegen offenbare ich mich euch, weil ihr mich liebt; die Welt aber liebt mich nicht, sie hasst mich vielmehr und verachtet mein Wort, darum offenbare ich mich ihr auch nicht; die Welt liebt nur das Ihre, von mir will sie wenig oder nichts. Der HErr will kein geteiltes Herz von uns, er will ein ganzes Herz; er will ein Herz, das alles Andere für Roth und Schaden achtet, um ihn zu erlangen; er will ein Herz, dessen ganzes Sehnen und Streben dahin geht, in ihm erfunden zu werden, das der Welt und ihrer vergänglichen Lust den Abschied gegeben hat; er will Leute, welchen es Ernst ist mit ihm; solchen allein kann, solchen allein will, solchen allein wird er sich offenbaren. Sagt selbst, liebe Mitchristen, kann denn der HErr Jesus bei einer Seele einkehren, die angefüllt ist und ihre Lust hat an Dingen, die ihm ein Gräuel sind? Wo die Augenlust, die Fleischeslust, das hoffärtige Wesen herrscht, kann da Derjenige, welcher diese unsere sündlichen Lüste durch Schmerzen ohne Zahl und mit der Vergießung seines Blutes gebüßt hat, sein Werk haben? O, das kann er nicht; Er, der uns verboten hat, unsere Perlen vor die Schweine zu werfen, wird die seinigen ihnen nicht selber preisgeben; das wird nimmermehr geschehen. Wer die Werke der Finsternis liebt und ausübt, wie kann bei dem der, welcher das Licht selber ist, Wohnung machen? Wer seinen Bruder hasst, wie kann bei dem der, welcher die Liebe ist, einkehren? Wessen Aug' voll Ehebruchs ist, sollte sich diesem der Heilige offenbaren können? Wo Heuchelei und Falschheit und Schalkheit im Herzen wohnt, da kann der Geist der Wahrheit nicht zugleich wohnen. Und das braucht nicht so grob zuzugehen: denn es gibt auch eine feine Weltliebe. O, es kommt zuletzt auf Eines hinaus, ob wir mit einem Faden, oder mit einer eisernen Kette an die Welt angebunden sind: denn wer seine Rette zerreißen lassen will, dem wird sie zerrissen, und wer das Band des Fadens beibehalten will, der bleibt eben gebunden, ja, der Faden kann zuletzt zu einer unzerreißlichen Kette werden. Lasst uns doch den HErrn bitten, dass er uns von Allem, Allem ganz losmache, nicht also, dass wir aus der Welt hinausgingen, sondern dass unser Herz durch keines, auch nicht das geringste Band mit der Welt und ihrer Lust mehr zusammenhänge, und dem Heilande, der sich ganz für uns aufgeopfert hat, auch ganz zum Opfer und Eigentum werde! (Ludwig Hofacker) ---- **Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen,**\\ Richte deine Seele mit allen ihren Trieben, Neigungen und Begierden ganz auf den Herrn. Wenn wir ganz in Gott ruhen, kann Er in uns Seine Macht und Liebe entfalten. Wie das Ohr leer sein muss von allem Getöne, wenn es eine liebliche Musik hören, und wie das Auge frei sein muss von allen Bildern, wenn es ein Bild aufnehmen soll, so muss unsere Seele leer und frei von den Dingen dieser Welt sein, um ganz von Gott erfüllt zu werden. Wenn das Sehnen unserer Seele auf den Herrn gerichtet ist, dessen Sehnen längst schon nach uns ging, so muss die Gemeinschaft zwischen Ihm und uns immer tiefer werden. Hat Er eine Seele vom Weltsinn losgemacht und so weit gebracht, dass sie ohne Ihn nicht mehr sein kann, dass sie sich betend an Ihn wendet, so findet Er sie für Seine Innewohnung zubereitet, und Er macht Wohnung in ihr. Der Herr teilt sich selbst - und damit Sein Wesen, Seine Liebe mit. Dadurch entsteht eine wahre, heilige, göttliche Gemeinschaft. Jetzt kann der Glückliche Gott als sein höchstes Gut glühend lieben. Das ist die völlige Liebe! Solange ein Christ in dieser Liebe bleibt, solange bleibt er in Gott, und Gott bleibt in ihm. Wie von einem ganz durchglühten Eisen gesagt werden kann: das Feuer ist im Eisen und das Eisen ist im Feuer, so kann von einem Menschen, der von der Liebe Gottes als von Gott selbst durchglüht worden ist, beides gesagt werden: Er ist in Gott - und Gott ist in ihm! Und solange das Feuer der Liebe brennt, solange dauert dieser Herrlichkeitszustand. (Markus Hauser) =====Predigten===== {{tag>Clemen_Adolf_Andachten Ahlfeld_F_Andachten Hofacker_Ludwig_Andachten Hauser_Markus_Andachten}}