======Johannes 12,35====== =====Andachten===== **Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, dieweil ihr das Licht habt, dass euch die Finsternis nicht überfalle.**\\ Lieben Deutsche! kauft, weil der Markt vor der Türe ist; sammelt ein, weil es scheinet und gut Wetter ist; braucht Gottes Gnaden und Wort, weil es da ist. Denn das sollt ihr wissen, Gottes Wort und Gnade ist ein fahrender Platzregen, der nicht wiederkommt, wo er einmal gewesen ist. Er ist bei den Juden gewesen; aber hin ist hin, sie haben nun Nichts. Paulus brachte ihn in Griechenland; hin ist auch hin, nun haben sie den Türken. Rom und lateinisch Land hat ihn auch gehabt; hin ist hin, sie haben nun den Papst. Und ihr Deutsche dürft nicht denken, dass ihr ihn ewig haben werdet; denn der Undank und Verachtung wird ihn nicht lassen bleiben. Darum greife zu und halte zu, wer greifen und halten kann! Faule Hände müssen ein böses Jahr haben. (Martin Luther) ---- Zunächst bezieht sich dieses Wort auf die Zeit, da Jesus, „das Licht“ während seines Erdenlebens seinen Zeitgenossen leuchtete. Es ist aber kein Unrecht, wenn wir die darin enthaltene Mahnung auf unser Leben anwenden. Auch wir können solche besonderen Lichtzeiten haben, in denen eine Veranstaltung Gottes durch Menschen oder Verhältnisse und Entscheidungen nahe legt, die in dieser scharfen Beleuchtung vielleicht nur eine kurze Dauer haben und ähnlich nicht wiederkehren. Wenn wir solchen Gnadenstunden gegenüber, wo uns das Heil oder eine besondere Stufe des Wachstums näher ist als sonst jemals, nicht treu sind und sie nicht benutzen, wandert dieses Licht wieder weiter und kann uns ganz entzogen werden. Welch ein lebhafter Akzent liegt dann auf dem Ausdruck „noch eine kleine Zeit“! Gewisse Fortschritte werden jetzt von uns erwartet. Wer seine Heimsuchung nicht merkt oder vernachlässigt, kann später vielleicht vergeblich das Licht zurückersehnen; seine Gelegenheit war schön und reich angelegt, aber er hat sie verpasst. Wie schmerzlich und demütigend, wenn wir nachher so etwas erkennen, wo es zu spät ist. Darum: wandelt, dieweil ihr das Licht habet! //Du bist unser Licht, Herr Jesu! Mach uns die Gelegenheiten wichtig, wo wir dir dienen oder uns besser für dich entscheiden können. Hilf uns gegen den drohenden Überfall der Finsternis. Herr, erbarme dich unser und lass uns leuchten dein Angesicht. Amen.// (Samuel Keller) ---- **Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, dieweil ihr das Licht habt, dass euch die Finsternis nicht überfalle.** Ist das denn wahr, dass das Licht, Jesus Christus, nur noch eine kleine Zeit bei uns sein soll? Er sagt doch: Siehe ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende. Ja, der Herr bietet sein Heil allezeit an. Es ist aber mit diesem Anbieten wie mit der Taube über der Arche. Die kam mit einem Ölzweige geflogen. Sie wollte ihn dem Noah als Friedensgruß bringen. Aber Noah musste das Fenster aufmachen, musste sie einlassen, und musste den Zweig nehmen. Hätte er nicht aufgemacht, so wäre sie eine Weile über dem Kasten hin und hergeflogen, hätte auch wohl mit den Flügeln an das Fenster geschlagen, hätte sich auch wohl auf dem Dache ausgeruht. Dann aber wäre sie weitergeflogen und hätte den Zweig in die Flut fallen Lassen. So schwebt der heilige Geist über deinem Hause, klopft an dein Herz und bietet dir den Frieden an. Heute klopft er ganz besonders stark und mahnt: Wandelt, dieweil ihr das Licht habt, dass euch die Finsternis nicht überfalle. Nimmst du die Taube nicht auf, fliegt sie davon. Wird sie wieder kommen? Oder wird sie den Friedenszweig, den sie dir bringen wollte, fallen lassen in die Fluten? Öffne mit rechter Buße dem Frieden dein Herz, damit du ihn nicht ganz verlierst und das Licht der Finsternis Platz macht, die keinen Morgen kennt. Gnadenreicher Gott, in demütigem Bekenntnis beugen wir unsere Kniee vor dir und danken dir, dass du uns das wahrhaftige Licht gegeben hast. Aber wir klagen auch vor dir, dass wir die Finsternis mehr geliebt haben, als das Licht. Finsternis haben wir im Herzen, denn wir haben nicht fest und treu geglaubt an das Licht. Wir klagen über unseren Wandel; denn wie sind unsre Wege so nächtig und düster gewesen! Erbarme dich unser, damit wir nicht versinken in die letzte ewige Nacht der Verdammnis. Hilf uns heute, dass wir dir ein klares Bekenntnis unserer Sünde entgegenbringen, und deine Gnade hereinbrechen könne in das zerschlagene, bange Herz wie der Morgenstern. Wie du einst über die Welt, über das große Wüst und Leer gesprochen hast: „Es werde Licht,“ so sprich es auch heute. Es werde Licht zur Erkenntnis unsrer Sünde und zum Ergreifen deiner Gnade! Herr, es werde Licht! Amen. (Friedrich Ahlfeld) ---- **Da sprach Jesus zu ihnen: Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, dieweil ihr das Licht habt, dass euch die Finsternis nicht überfalle. Wer in Finsternis wandelt, der weiß nicht, wo er hingeht. Glaubt an das Licht, dieweil ihr es habt, auf dass ihr des Lichtes Kinder seid.**\\ So warnte der treue Herr das Judenvolk, aber sie hörten nicht, denn sie liebten die Finsternis mehr denn das Licht, und so kamen sie nicht an das Licht, wussten auch gar nicht, wohin sie gingen, nämlich ins Gericht und ins Verderben; so dass Jesus noch am Kreuze Zeugnis über ihnen ablegen muss: sie wissen nicht, was sie tun. O, wie klingt Seine Warnungsstimme so ernst und durchdringend durch alle Zeiten. auch durch unsere Zeit und durch unser Herz! Die kleine Weile, da wir das Licht haben, ist so sehr kurz und flüchtig, und wer sie nicht nutzt, dass Er ans Licht komme und im Lichte wandle, den verschlingt die Finsternis und in seiner Unwissenheit merkt er's nicht, bis es zu spät ist. Ach, dass wir doch an das Licht glaubten, dieweil wir's noch haben! es umleuchtet uns jeden Tag, ebenso wie das irdische Sonnenlicht, denn der Geist ist jeden Tag bereit, Dich mit Seinen Gaben zu erleuchten. Wandelst Du denn, dieweil Du das Licht hast? d. h. glaubst Du an das Licht? zieht es Dich an? dünkt es Dich, das wahrhaftige Lebenslicht zu sein für Deine arme, sonst dunkle Seele? macht es Deine Augen helle und Deinen Sinn klar, zu erkennen, wohin Du gehst? nämlich aufwärts, himmelan? ist es Dir ein Trost-Licht auch im finstern Tal und auf dem Todes-Wege, wie dem nächtlichen Wanderer, wenn er die hellen Fenster seines Vaterhauses leuchten sieht? Wer also glaubt an das Licht, der ist ein Kind des Lichts. Von Jesu singen wir: Licht vom Licht aus Gott geboren; - und Johannes schreibt: Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt. An das Licht glauben und von Gott geboren sein, das ist Eins. Alsdann fehlen auch die Kennzeichen nicht, die St. Paulus angibt, zum Ersten: Ablegen die Werke der Finsternis; und zum Andern: Anlegen die Waffen des Lichts. Wohlan, Du Kind des Lichts! blick' auf zu Dem am Kreuze! da wollte die Finsternis Ihn verschlingen, Er aber besiegte die Finsternis! so folge Deinem Herrn: Das Kreuz sei Deine Lichtwaffe, damit besiegst Du auch alle Finsternis! (Nikolaus Fries) ---- **Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, dieweil ihr das Licht habt, dass euch die Finsternis nicht überfalle. Wer in Finsternis wandelt, der weiß nicht, wo er hingeht. Glaubt an das Licht, dieweil ihr's habt, auf dass ihr des Lichtes Kinder seid.**\\ Des Lichtes Kinder! Öffnet eure Herzen im Glauben der Gnade dessen, der allmächtig hineinruft: Es werde Licht! Seid ihr aber Licht geworden, dann werdet ein Licht auch für andere. Ihr Eltern für eure Kinder! Geht ihnen voran auf dem Wege zu Dem, was ihres Vaters ist. Wehrt ihnen nicht, zu Jesu zu kommen; helft ihnen dazu. Und wenn je eine Stunde kommt, wo ihr fühlt, dass ihr hindernd steht zwischen ihnen und ihrem Gott, dann habt sie so lieb, in schweigender Entsagung zurückzutreten, und sie Dem zu überlassen, dem ihr sie zuletzt ja doch überlassen müsst. - Werde ein Licht, du Mann, du Frau, für dein Haus! Dein Haus hat im Lauf der Jahre wohl schon so manches unbedachtes Wort von dir gehört, das Verderben bringend, weiter gewirkt hat, als du ahntest - lass dein Haus doch auch Zeuge sein, wie du durch dein Vorbild und dein Wort, deine Geduld und deinen Ernst, durch die Herrlichkeit Jesu, die aus deinem Wesen leuchtet, die Andern auferbaust, bewahrst, bekehrst. - Werde ein Licht für das Haus, in das dich Gott gestellt. Und ob du auch nur eine arme Magd wärest, Ströme lebendigen Wassers können, sollen auch von deinem Namen und Leben fließen über deine Umgebung, über die Kinder, die deinen Händen anvertraut sind, über Alle, die mit dir leben, wenn du nur in deinem Dienste stehst mit dem Wort der Maria: „Siehe, ich bin des Herrn Magd!“ (Adolf Clemen) =====Predigten===== {{tag>Luther_M_Andachten Keller_Samuel_Andachten Ahlfeld_F_Andachten Fries_N_Andachten Clemen_Adolf_Andachten}}