====== Matthäus 8,16====== =====Andachten===== **Er machte allerlei Kranke gesund, auf dass erfüllt würde, das gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: er hat unsere Schwachheiten auf sich genommen, und unsere Seuche hat er getragen.**\\ Wir haben schon gestern gesehen, dass unser Heiland am Kreuze den Gesamtfluch der Menschheit getragen und uns so Gnadenboden erworben hat, auf den wir uns stellen dürfen mit Bitten um Linderung und Heilung leiblicher Leiden. Die Kirche bekennt: ich glaube an die Auferstehung des Leibes. Wenn wir Ernst machen mit diesen Worten, so können wir unseren Leib unmöglich trennen von der Erlösung im Blute Jesu Christi; denn nur auf Grund dieser Erlösung, besiegelt durch die Auferstehung Jesu, können wir an die Auferstehung, also an die völlige Erlösung unseres Leibes glauben. Man kann daher nicht sagen, dass der Kreuzestod Jesu unseren Leib nichts angehe. Im Allgemeinen trennt man unseren Leib überhaupt zu sehr von Gott, und stellt ihn zu einseitig in Abhängigkeit von der Natur. Man vergisst, dass der Leib ein Tempel des heiligen Geistes sein soll und die Schrift ganz klar auch von Heiligung des Leibes redet. Röm. 6,19; 12,1; 1. Thess. 5,23. Nimmt man dann noch hinzu, dass doch auch manche Krankheit direkte Folge von Sünde ist, so sollte es natürlich sein, dass wir auch mit leiblichen Anliegen zum Heiland kommen. Wir müssen uns dann nur vor dem Irrtum hüten, dass, weil der Herr am Kreuze allen Fluch getragen hat, er uns auch alle Krankheit abnehme, sobald wir es glauben. Wäre dem so, so müsste er uns vor Allem den Tod abnehmen. Das geschieht aber in dieser Zeit nicht, und so lange dieser „letzte Feind“ 1. Kor. 15,26 nicht aufgehoben ist, bleibt auch Krankheit. Dagegen muss zum Preise des Herrn gesagt werden, dass er auch in unseren Tagen manchen Kranken ihr Leiden abnimmt, die es im Glauben auf ihn legen, als das Lamm Gottes. Herr! gib mir den Geistesblick in Dein ganzes Wort hinein, alle Deine Verheißungen zu fassen, und Dich auch ferner nach Leib und Seele zu erfahren in Deinem Erbarmen. Amen. (Elias Schrenk) ---- **Jesus machte allerlei Kranke gesund.**\\ Die leibliche Gesundheit ist eine sehr edle Gabe, aber Gesundheit der Seele doch noch eine weit vortrefflichere. Und die können wir alle bei Christo, aber nirgends anders, als bei ihm finden. Keiner darf seine Krankheit für zu gering, keiner aber auch für zu verzweifelt halten, dass er nicht Hilfe bei Jesu suchte. Er macht den Menschen ganz gesund. Sein Gewissen macht er gesund, indem ers durch sein Blut von aller Anklage reinigt, und die Frucht des Geistes hineinpflanzt; seinen Leib macht er auch ganz gesund, indem er ihn endlich zu einem solchen Stand bringt, wo keine Krankheit, kein Tod, kein Schmerz oder Beschwerde ihn mehr presst, wo er voll Schönheit und Herrlichkeit ist, und ewig bleibt, und sodann genießt der Mensch nach Leib und Seele einer ganz vollkommenen Gluckseligkeit, die keiner Störung und Unterbrechung mehr unterworfen ist. - Denn wen Jesus einmal in seine Kur nimmt, den lässt er nicht, bis er ihn vollkommen errettet hat. Jedoch geschieht das nicht auf einmal, sondern allgemach, und der, den Jesus in seine Kur nimmt, sollte bisweilen wohl denken, es werde eher ärger, als besser mit ihm, damit er nachher Christo desto mehr Ehre geben lerne. Es geschieht häufig auf wundervollen Wegen, und die gänzliche Vollendung der Heiligung erst in jenem Leben. Aber je größer unser Vertrauen zu ihm ist, desto mehr erfahren wir auch, dass alle Fülle in ihm wohnt, und er überschwänglich tun kann, mehr als wir bitten und verstehen. (Gottfried Daniel Krummacher) =====Predigten===== {{tag>Schrenk_Elias_Andachten Krummacher_Gottfried_Daniel_Andachten}}