====== Jesaja 7,14====== =====Andachten===== **Darum, so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen: Immanuel.**\\ Also sieht der Prophet im Geiste die Holdselige unter den Weibern, strahlend in jungfräulicher Schöne und Reine, und den Jungfrauensohn in ihrem Schoß, der den hohen, einzigen Namen Immanuel trägt. Dies ist das Zeichen, das der Herr uns selber gibt in unserer tiefen Not. Ja, ein unverkennbares Zeichen Seiner grundlosen Barmherzigkeit und ewigen Gottes-Treue. Also also hat Er die verlorene Sünderwelt geliebt, dass er treulich gedenkt Seiner Verheißung aus Paradieses-Tagen: hier ist der Weibessame, welcher der Schlange den Kopf zertreten soll, Der muss wohl: „Immanuel“ heißen, das ist Sein Helden-Name. Gott mit uns in Einer Person, Gottheit und Menschheit in Einem vereint, in Ihm wohnend die Fülle der Gottheit leibhaftig. Die sündlose Menschheit, aus der Jungfrau geboren, das Bild Gottes wieder hergestellt, darin Sein Odem die lebendige Seele, nun geeinigt mit dem Abglanz Seiner Herrlichkeit, mit dem Ebenbild Seines Wesens das ist: Immanuel. Aber wo finden wir die Jungfrau, als die Zeit kam, dass sie gebären sollte? ach, wir finden sie in einem Stall, einer Höhle, des Nachts auf dem Felde draußen. Die stillen Sterne aus der Höh' sind ihre Lichter, und der Nachtwind flüstert um ihr Lager, denn es war kein Raum in der Herberge für dieses Immanuels Mutter. Seine Wiege ist ein Kripplein, Heu und Stroh Sein Lager dürftige Windeln Sein Kleid! ach, der tiefsten Niedrigkeit! wer kann's aussagen, wer ausdenken?! warum denn also? merk auf, Du lieber Weihnacht-Gast! erstlich, weil aller Welt Macht, Ehr' und Gut Ihm viel zu geringe ist, auch vor Ihm nichts gilt, nichts hilft noch tut! sodann: weil ein Heiland armer Sünder unmöglich in Purpur, Zepter und Kron' einherprangen kann! und endlich, weil Er mit solcher Armut Dich reich machen will bis in den Himmel hinein. Also verwandelt sich der Immanuel-Name in den allersüßesten und benedeiten Jesus-Namen! In diesem Namen wollen wir glückselige Weihnacht feiern! (Nikolaus Fries) ---- **Siehe, eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen: Immanuel.**\\ Wir wollen nach Bethlehem gehen, wir wollen bewundern mit den Hirten und anbeten mit den Weisen und wollen betrachten Den, der geboren ward ein König der Juden; denn durch den Glauben haben wir teil an Ihm und können jubelnd singen: „Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben.“ Jesus ist der ins Fleisch gekommene Jehovah, unser Herr und unser Gott, und dennoch unser Freund und Bruder; lasst uns Ihn anbeten und verehren. Wir wollen seiner wunderbaren Menschwerdung gedenken. Es ist von Anfang an unerhört und ist seitdem nie wieder geschehen, dass eine Jungfrau sollte einen Sohn gebären. „Der Herr wird ein Neues im Lande erschaffen: Das Weib wird den Mann umgeben.“ Die erste Verheißung lautet: „des Weibes Same“ und nicht des Mannes Nachkommenschaft. Seit die Lüsternheit des Weibes durch die Sünde den Weg gebahnt hat, auf welchem uns das Paradies verloren ging, so führt auch sie, und sie allein, den Wiederbringer des Paradieses ein in die Welt. Unser Heiland, obgleich wahrhaftiger Mensch, war dennoch in seiner menschlichen Natur der Heilige Gottes. Durch die Kraft des Heiligen Geistes ward Er geboren von Maria der Jungfrau ohne Befleckung durch die Erbsünde, die allen denen anklebt, die aus dem Fleisch geboren sind. Beugen wir uns in Ehrfurcht vor dem heiligen Kind, dessen Unschuld der Menschheit die anfängliche Herrlichkeit wieder schenkt; und bitten wir, dass Er in uns möge geboren werden zur Hoffnung und Herrlichkeit. Achtet wohl auf seine arme Blutsverwandtschaft. Unser Schriftwort nennt seine Mutter „eine Jungfrau,“ nicht eine Fürstin oder Prophetin oder eine Vornehme von Reichtum und Ansehen. Zwar ihre Abkunft war nicht gering, denn königliches Blut rann in ihren Adern; noch war ihr Gemüt unempfänglich und ungebildet, denn sie hat uns einen herrlichen Lobgesang hinterlassen; und dennoch, wie war doch ihre Lage so bescheiden, wie arm war der Mann, dem sie vertraut war, wie armselig die Ausstattung des neugeborenen Königs! Hier ist die Armut geheiligt worden, und Menschen aus niedrigem Stande sind erhöhet zu großer Ehre. Jeder Gläubige ist ein Abbild Christi, aber ein armer Heiliger ist dasselbe wohlgetroffene Bildnis, in gleichen Rahmen der Armut gefasst, der unsers Meisters Bild umgibt. (Charles Haddon Spurgeon) ---- **Darum so wird euch der HErr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel.**\\ Wie damals das Zeichen dem kleinen Häuflein der Gläubigen tröstlich und stärkend gewesen ist, so ist es hernach in vollkommene Erfüllung gegangen und steht mitten in der Welt als eine gewisse und ewige Bürgschaft der Hilfe des HErrn in aller Not, nämlich der Sohn der Jungfrau, Immanuel, Gott mit uns, gelobt in Ewigkeit. Immanuel, das soll nicht der Name sein, mit dem Er genannt wird, denn genannt ist Er JEsus; sondern es soll der Name sein, bei dem Er erkannt wird, denn er bezeichnet Seine ganze Natur und Bestimmung. Gott mit uns ist Sein Name, denn es ist in Ihm die Fülle der Gottheit leibhaftig erschienen und will Sich mit uns aus Leben und Sterben verbinden, dass Er unser Retter werde aus aller Not. Durch die Geburt von der Jungfrau ist Er in die Welt gekommen; und die Ihn auf gewöhnliche Weise von einem menschlichen Vater und einer menschlichen Mutter wollen geboren sein lassen, die wissen nicht, was sie tun, denn was in dem Keime nicht steckt, kann auch der Baum nicht werden, und wäre Er geboren wie wir, so wäre Er auch nichts anderes geworden wie wir. Nein, so einzig und ohne gleichen Seine Person ist, so einzig muss auch Seine Empfängnis und Seine Geburt sein. Darum bekennen wir, dass Er empfangen ist von dem Heiligen Geiste und geboren von der Jungfrau Maria. Lieber HErr JEsu Christe, der Du unser armes Fleisch und Blut angenommen hast und in allem uns gleich geworden bist, ausgenommen die Sünde, lass uns aus Deiner Geburt eine kräftige Versicherung Deiner unendlichen Liebe erlangen, dass wir fest glauben, Du wirst Dich unser allezeit gnädig annehmen, und verleihe uns, dass wir durch Deine Menschwerdung unserm sündlichen Fleische widerstreben und den neuen, nach Gott geschaffenen Menschen anziehen, damit wir das himmlische Erbe erlangen, welches Du uns erworben hast. Amen. (Hermann Haccius) ---- **Darum so wird euch der HErr Selbst ein Zeichen. geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird Er essen, dass Er wisse Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen.**\\ Als der wahrhaftige Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und als der wahrhaftige Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, so steht JEsus da ein Zeichen, daran die Herzen der Menschen offenbar werden; Glaube und Unglaube sollen sich scheiden, denn ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Darum ward Er in einem Stall geboren, vor aller Welt verborgen, aber für die gläubigen Hirten tat sich der Himmel auf, und der himmlische Bote verkündigte ihnen die große Freude, dass der Heiland geboren sei; darum lag Er in einer Krippe in Windeln gewickelt, und niemand fragte nach Ihm, aber die gläubigen Heiden führte der HErr herbei, den neugeborenen König der Juden anzubeten; darum ließ Er Sich in den Tempel tragen, Sich dem HErrn darstellen, und der Priester und Leviten Augen sahen nichts als ein gewöhnliches Menschenkind, aber dem gläubigen Simeon tat der HErr die Augen auf, dass er den Heiland sah; darum ging Er umher in der Knechtsgestalt, und die große Menge stand wider Ihn, aber das kleine Häuflein Seiner Jünger sah Seine Herrlichkeit. Jahrtausende sind seitdem vergangen, aber noch immer währt der Streit über diesem Zeichen, und was dem einen der Inbegriff alles Heils und aller Seligkeit ist, das ist dem andern ein Ärgernis und eine Torheit. Wer seine Seele liebt, der nehme dieses Zeichen an. O Du gnädiger und barmherziger Gott, der Du in der Fülle der Zeit Deinen Sohn hast lassen Mensch werden, dass Er unser Fleisch und Blut an Sich genommen und unser Bruder worden ist, gib uns Glaubensaugen, dass wir auch in Seiner Knechtsgestalt Seine göttliche Herrlichkeit erkennen und fest glauben, dass dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. Du willst es keinem versagen, der danach Verlangen trägt, und darum wirst Du es auch uns nicht versagen, denn uns verlangt von ganzem Herzen danach, den verheißenen Trost zu sehen. So hilf denn unserm Unglauben, mache unsere Augen helle, erhalte uns in der rechten Erkenntnis unsers Heilandes bis an das Ende, auf dass wir über Seine Geburt mit allen heiligen Engeln uns freuen und Ihn in Seiner Herrlichkeit ewig sehen und preisen mögen. Amen. (Hermann Haccius) ---- **Darum so wird euch der HErr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird Er essen, dass Er wisse Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen.**\\ Warum ist Christus Mensch geworden? Darauf gibt uns Sein Kreuz die Antwort: sterben wollte Er für die Sünden der Welt, und damit Er leiden und sterben könne, darum ist Er Mensch geworden. Aber Leiden und Sterben klebt nicht an uns als Menschen, sondern als Sündern, denn der Tod ist der Sünde Sold, und könnte einer ohne Sünde sein, so würde er auch ohne Leid und Tod sein. JEsus war aber ohne Sünde, und wenn Er nun dennoch gestorben ist, so hat Er nicht Seiner, sondern unserer Sünde Sold empfangen. Soll aber das Leiden eines Menschen für alle gelten, so muss auch dieser eine Mensch so viel gelten, wie alle Menschen. Weil nun Christus Gottes Sohn ist, weil in Ihm die Fülle der Gottheit leibhaftig wohnt, weil Er mehr ist als die Himmel und alle ihre Heere, weil keine Zunge Seine Größe ausreden und kein Verstand Seine Herrlichkeit ermessen kann, darum ist auch Sein Leiden so groß, so allgenugsam für alle Sünden, dass wir keiner anderen Erlösung mehr bedürfen, und wer also einen Trost haben will für die Ewigkeit, der muss diesen Immanuel annehmen. Glauben wir aber nicht, so bleiben wir nicht. HErr JEsu, in Dir ist die Fülle der Gottheit leibhaftig er schienen, Du bist wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, Gott über alles, gelobt in Ewigkeit, das glauben wir von ganzem Herzen und danken Dir, dass Du uns solches hast offenbaren lassen. Nun wissen wir es gewiss, dass unsere Sünde getilgt und uns Gerechtigkeit und ewiges Leben erworben ist, denn Dein heiliges und teures Blut ist für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld, und in Dir, dem Geliebten des Vaters, sind auch wir wieder angenehm gemacht vor Ihm. O HErr, stärke uns im Glauben, auf dass wir treue Zeugen Deines heiligen Namens seien und uns von dem Bekenntnis der Wahrheit durch keine Lust und Furcht der Welt abhalten lassen, damit auch Du dereinst uns bekennen mögest vor Deinem himmlischen Vater. Amen.(Hermann Haccius) ---- **Darum so wird euch der HErr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird Er essen, dass Er wisse Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen.**\\ Glauben wir nicht, so bleiben wir nicht, aber durch den Glauben haben wir den Sieg, der die Welt überwindet, denn unser Haupt ist in der Herrlichkeit und verbürgt Seinen streitenden Gliedern den Sieg über die Welt und die Unverlierbarkeit der ewigen Güter. Wir sind versöhnt mit Gott, da wir noch Feinde waren, wie viel mehr werden wir selig werden durch Sein Leben, so wir nun versöhnt sind! Wir sind gerechtfertigt von der Sünde und haben den freien Zugang zu Gottes Gnade nach dem Rechte des Glaubens, wir haben Frieden mit Gott durch unsern HErrn JEsum Christum, und der Tod hat seinen Stachel verloren, denn der HErr ist mit uns und wird uns erlösen von allem Übel und aushelfen zu Seinem himmlischen Reiche. Das ist des Glaubens Trost und Hoffnung, und wenn er das Kreuz aufgerichtet sieht auf Golgatha, so sieht er allda nichts als Herrlichkeit, denn er sieht den Immanuel, der Sich für uns in den Tod dahingibt. Wer aber das Zeichen nicht annimmt, für den bleibt das Kreuz ein Ärgernis und eine Torheit und Christus nichts weiter als ein sterbender Mensch. Noch steht das Zeichen da als Gnadenzeichen, dass wir es im Glauben annehmen; aber es kommt die Zeit, da wird der Immanuel wiederkommen in Seiner Herrlichkeit, so klar und offenbar, dass auch die Ungläubigen bekennen müssen, dass Er der HErr ist. Wer Seiner Erscheinung sich freuen will, der entscheide sich jetzt für Ihn. O HErr JEsu, Du Heiland aller Gläubigen, welch einen großen unaussprechlichen Segen hast Du uns durch Deine Menschwerdung bereitet! Mache unsern Glauben innig und stark, Deine Liebe ganz zu fassen, mache unsere Herzen rein und heilig, diesen Schatz zu bewahren, und unsern Mund freudig und willig, Dich ohne Unterlass dafür zu preisen. Gib Gnade, dass unsere ganze Lebenszeit allein Deinem Dienste geheiligt sei und wir in Deiner Liebe beständig bleiben; und wenn wir sterben, so wollest Du uns mit Deiner Gnade hindurchhelfen zum ewigen Leben. Amen.(Hermann Haccius) =====Predigten===== {{tag>Fries_N_Andachten Spurgeon_Charles_Andachten Haccius_Hermann_Andachten}}