====== Jesaja 51,8====== =====Andachten===== „**Meine Gerechtigkeit bleibt ewig, und Mein Heil für und für.**“\\ Gerechtigkeit und Heil werden hier zusammengestellt. Alles Heil, zu dem wir aus Gnaden kommen, ruht am Ende doch auch wieder in der Gerechtigkeit und Heiligkeit Gottes. Eine Gnade, welche die Gerechtigkeit ganz übersieht, bringt kein Heil. Wir sehen dieses schon an dem, wenn Eltern zu nachsichtig gegen ihre Kinder sind und aus weichlichem Mitleiden alle Unart und Verkehrtheit derselben nur so hingehen lassen. Damit macht man nichts gut, und vergeben sich die Eltern zu viel. So kommt auch von Gott wahres Heil nur da, wo auch Seiner Gerechtigkeit volles Genüge geschehen ist. Der gerechte Gott, der will auch fertig werden; und darum muss die sündige Menschheit nach Gerechtigkeit zu ihrer Errettung kommen. Diese Seine Gerechtigkeit bleibt ewig, darf nie zu kurz kommen. Gott kann also keine Sünde vergeben, wenn nicht auch Seiner Gerechtigkeit willfahrt wird. Mindestens muss Buße da sein, muss der Mensch sich selbst richten. Nur wenn wir uns selber richteten,“ sagt ja auch Paulus, „würden wir nicht gerichtet.“ Denn so wird die Heiligkeit Gottes geehrt und kann Seine Gerechtigkeit sagen: „Jetzt kann Ich vergeben und Heil versprechen.“ Wenn aber Erkenntnis der Schuld fehlt und Buße, so wird Gottes Heiligkeit gekränkt und kann's Seine Gerechtigkeit nicht erlauben, dass vergeben und geholfen werde. Solches gilt auch im Neuen Bunde. An der Buße freilich hat's immer am Meisten gefehlt; und schon um sie zu wirken und genügend vor Gott darzustellen, musste ein größeres Opfer gebracht werden, musste Schweres erlitten werden für die Sünden der Menschen. Auch der Tod, der Sold der Sünde, musste übernommen werden. Willig übernimmt als Büßender für Alle unser Heiland, JEsus Christus, alle unsre Schuld. Der Mensch nun, der das Recht der Gerechtigkeit, an Christo vollzogen, in eigener Buße erkennt und so an Christum glaubt, der wird nach der Gerechtigkeit selig, obwohl nach anderer Anschauung Solches aus Gnaden geschieht. Denn der, der JEsum gesandt hat, damit Er die Schuld Aller auf sich nehme und das Opfer werde, tut's aus Gnaden, und JEsus, der sich erwürgen lässt, tut's aus Barmherzigkeit unsrem Heil zu lieb. Aber das Opfer musste Er werden, das forderte die Gerechtigkeit. So bilden also Gnade und Barmherzigkeit den Grund unseres Heils; aber der Gerechtigkeit musste auch dabei ihr Teil werden. Wer nun im Glauben an das vergossene Blut Christi steht, der ehrt die Heiligkeit Gottes; und die Gerechtigkeit kann ihm Alles erlassen. So kommt aus der Gerechtigkeit das Heil. Sind wir doch durch den Glauben in Christo gestorben, gleichsam ertötet. Somit können wir mit gutem Gewissen die volle Vergebung der Sünden annehmen und haben; denn es ist, als ob wir in Christo gebüßt hätten. So bleibt Gott bei aller Gnade und Langmut und Schonung und Vergebung und Barmherzigkeit doch der gerechte Gott ewig, und Sein Heil für und für.(Christoph Blumhardt) =====Predigten===== {{tag>Blumhardt_Christoph_Andachten}}