======Sprüche 28,26====== =====Andachten===== **Wer sich auf sein Herz verlässt, der ist ein Narr.**\\ Ein Mensch, der sich auf sein Herz verlässt, hegt von seiner natürlichen Klugheit, Aufrichtigkeit, Frömmigkeit und Tugend solche gute Gedanken, dass er nicht das geringste Misstrauen auf sein betrügliches Herz setzt, sondern mit der größten Sicherheit das Allerbeste von sich glaubt und hofft, ja sich wohl vermisst, für sein Herz Bürge zu werden, und für dessen Redlichkeit gut zu sagen. Von einem solchen Herzen fällt der Geist Gottes, der unser Herz besser kennt als wir selbst, das Urteil, dass er unter die Narren zu zählen sei. Ob er sich gleich in seinen Augen noch so weise zu sein dünkt, ob er gleich in Dingen dieses Lebens Verstand und Geschicklichkeit genug blicken lässt, so ist er dennoch nach dem Urteil des allein weisen Gottes in das Register der Narren zu schreiben. (August Jakob Rambach) ---- **Wer sich auf sein Herz verlässt, ist ein Narr. **\\ Wir Menschen sind als solche einem beständigen Wechsel unterworfen; denn wir leben in dieser armen, den Elementen unterworfenen Welt. Heute ist es nicht wie morgen, und morgen nicht wie heute. Es ist ein Wechsel in unserem Inwendigen wie in der äußeren Natur, wo heiteres und trübes Wetter, Sturm, Regen, Wolken, Schnee und Sonnenschein mit einander abwechseln. Wenn nun Jemand an einem warmen, schönen Sommertage sein Haus abbrechen und seine Wohnung unter einem Baume aufschlagen würde, und würde sagen: ich will hier bleiben; hier will ich ewig wohnen; der Himmel ist ja ganz heiter; es ist kein kühles Lüftchen da; was würden wir von einem solchen Menschen denken? Wir würden denken: dem Menschen fehlt es im Kopfe; wir würden zu ihm sagen: armer Mensch! was beginnst du? denkst du nicht daran, dass auf den Tag die Nacht, und auf das heitere Wetter Regenwetter, und auf den Sommer der Herbst und der Winter folgt? Aber die nämliche Torheit begehen diejenigen, welche den Grund ihrer Seligkeit in der Heiterkeit ihres Gemüts, in allerhand Begnadigungen, in allerhand Erquickungen, oder gar in ihrer christlichen Siebe, in ihrem Eifer im Beten und Wachen usw. suchen und denken: es ist ganz anders mit dir geworden; darum kannst und darfst du glauben, dass du wirst selig werden. O, auf welch' seichtem, veränderlichem Grunde bauen solche Seelen! Unser Herz bleibt sich nicht gleich; es wird auch Winter im Herzen; es kommen auch Wetter; es kommt allerhand Ungestüm; es kommen Anfechtungen, Finsternisse; es ist nicht ein Tag wie der andere; da muss man etwas Festeres haben, auf das man sich verlassen kann, als nur den heiteren Himmel. (Ludwig Hofacker) =====Predigten===== {{tag>Rambach_August_Andachten Hofacker_Ludwig_Andachten}}