======Psalm 97,10====== =====Andachten===== **“Der Herr bewahret die Seelen Seiner Heiligen.“**\\ Ein schönes Psalmwort, auch beim Blick auf die, die uns heute verlassen. Die werden sich zwar nicht gern die Heiligen Gottes nennen wollen; aber unwillkürlich nehmen sie doch Trost aus dem Verheißungswort, wie wenn sie's wären. Vielleicht sind sie's auch, und nehmen wir's nicht zu schwer. Wer sind denn eigentlich Seine Heiligen? Wir müssen da zunächst nicht an das denken, dass es solche Leute sind, an welchen keine Flecken mehr sich finden. Denn da ginge es nach dem Wort (Hiob 14, 4): „Wer will einen Reinen finden bei denen, da Keiner rein ist?“ oder nach dem andern Wort (1. Sam. 6, 20): „Wer kann stehen vor dem HErrn, solchem heiligen Gott?“ Vielmehr werden aus Gnaden alle die vom HErrn Seine Heiligen genannt, die sich zu Ihm halten. Schon damit werden sie Seine Lieblinge. Will ja der HErr doch vor allem nur ein liebendes, Ihm vertrauendes Herz haben; und wer das hat, der ist unter Seinen Heiligen, sofern er sich ja schon damit in einen Gegensatz zu der Welt stellt, die nichts von Ihm will. Bei ihnen macht sich das Andere sodann auch, was nach dem inwendigen Menschen zur Heiligkeit gehört, wenn sie nur bei dem HErrn verbleiben. So sind denn alle die Seine Heiligen, die sich gleichsam in Seinen Schoß setzen, die auf Ihn vertrauen, zu Ihm aufblicken, in allem nur Ihn ansehen, nach Ihm sich sehnen, unter der Trübsal Ihn suchen, Seine Gnade und Erbarmung begehren, in allem nur immer Ihn bitten und anrufen. Das sind die, von welchen der Psalm sagt (91,1.2): „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzet, und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibet, der spricht zu dem HErrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.“ Der Art sind die Heiligen, von welchen es in unserer Losung heißt, dass der HErr ihre Seelen bewahre. Alle, die kindlich und vertrauensvoll sich an Ihn halten, dürfen es erfahren, dass Er sie nicht lässt, sondern ihnen aushilfst in jeglicher Trübsal. Die lieben Abreisenden haben's also nicht so schwer, sich unter den Heiligen zu denken, deren Seelen der HErr bewahrt. Glaubet nur, so bleibt. Auch der Schutz eures Gottes gewiss! (Christoph Blumhardt) ---- **“Die ihr den Herrn liebt, hasset das Arge.“**\\ Du hast allen Grund, das „Arge zu hassen“, wenn du nur daran denkst, wieviel Schmerz es dir schon verursacht hat. Ach, was hat doch die Sünde für eine Welt voll Unheil über dich gebracht! Die Sünde hat dich so sehr verblendet, dass du kein Auge hattest für die Schönheit und Liebenswürdigkeit deines Heilandes; sie hat dich so taub gemacht, dass du kein Ohr hattest für die zärtlichen, liebevollen Einladungen des Erlösers. Die Sünde hat deinen Fuß auf den Weg des Todes gekehrt, und in den Born deines Lebens tödliches Gift geschüttet; sie hat dein Herz befleckt und angesteckt und es zu einem „trotzigen und verzagten Ding“ gemacht. O, was warst du für ein elendes Geschöpf, als das Arge es mit dir aufs äußerste gebracht hatte, bevor die göttliche Gnade sich drein legte! Du warst ein Kind des Zorns gleich den übrigen, und „deine Füße liefen zum Bösen“ mit dem großen Haufen. So stand es mit uns allen; doch der Apostel Paulus erinnert uns: „Aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesu, und durch den Geist unsers Gottes.“ Wir haben wahrlich gute Ursache, das Arge zu hassen, wenn wir zurückblicken und sein verderbliches Wirken betrachten. Solch Unheil hat das Arge in uns angerichtet, dass es um unsre Seelen geschehen wäre, wenn nicht die allmächtige Liebe ins Mittel getreten wäre, um uns zu versöhnen. Selbst jetzt noch ist es ein rüstiger Feind, der nimmer ruht und allezeit wachsam ist, ob er uns schädigen und ins Verderben stürzen könne. Darum „hasset das Arge,“ o, ihr Christenleute, sonst trachtet ihr nach Trübsal. Wollt ihr euren Pfad mit Dornen bestreuen und euer Sterbekissen mit Disteln füllen, dann lasst nach, das „Arge zu hassen;“ wollt ihr aber ein glückliches Leben führen, und eines ruhigen, seligen Todes sterben, dann wandelt in allen Wegen der Heiligkeit und hasset das Arge bis ans Ende. Wenn ihr euren Heiland wahrhaft lieb habt und Ihn ehren wollt, dann „hasset das Arge.“ Wir kennen gegen die Liebe zum Bösen in einem Christenherzen kein kräftigeres Heilmittel als den häufigen Umgang mit dem Herrn Jesus. Haltet euch recht viel in seiner Nähe auf, so wird's euch unmöglich sein, mit der Sünde auf gutem Fuße zu stehen. (Charles Haddon Spurgeon) ---- **Der Herr bewahrt die Seelen seiner Heiligen; von der Gottlosen Hand wird er sie erretten. **\\ Gottes Kinder sind immer sicher. Sie sind in seiner Hand, und Gottes Ort ist nicht nur eine sichere Freistatt, sondern auch ein Ehrenplatz. Nichts kann dem schaden, der Gott zu seiner Zuflucht macht. Wenn die Erde unter unsern Füßen bebt, so kann der Christ doch fest stehen; wenn auch der Himmel entweicht wie ein zusammengerollt Buch, dennoch braucht sich der Christ nicht zu fürchten. Gottes Kinder müssen gerettet werden; geht's nicht unter dem Himmel, so werden sie gerettet in den Himmel hinein. Wenn die Erde keine Freistatt für sie hat, so werden sie dem Herrn entgegengerückt in der Luft, dass sie bei ihm seien allezeit. Es ist immer und überall wahr, dass Gottes Kinder sicher sind, aber es ist ebenso wahr, dass sie nur sicher sind durch das Blut. Gott verschont die Seinen in Zeiten der Trübsal, weil er das Zeichen des Blutes auf ihrer Stirn sieht. Was ist der tiefste Grund der großen Wahrheit, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum besten dienen? Was anders als das, dass sie durch das teure Blut Christi erkauft sind. Weil das Zeichen des Blutes auf ihnen ist, kann ihnen nichts schaden, muss jedes Übel an ihnen vorübergehen. (Charles Haddon Spurgeon) ---- **Die ihr den Herrn liebt, hasset das Arge! Er bewahret die Seele seiner Heiligen: von der Gottlosen Hand wird Er sie erretten.**\\ Lieben wir Gott aufrichtig, so sollten wir uns über nichts beunruhigen, ängstigen oder mutlos machen lassen; denn „wer Gott fürchtet, entgeht dem Allen“. Dann dürfen wir uns eigentlich über nichts beklagen, dürfen über nichts unzufrieden sein; denn Alles wird von einem Gott voller Weisheit und Liebe gelenkt, der Alles zu unserm Besten mitwirken lässt. In dieser Überzeugung wollen wir danksagen für Alles; denn das ist der Wille Gottes in Jesu Christo an uns. Wir wollen es selbst für eitel Freude erachten, wenn wir in mancherlei Anfechtungen fallen, da wir wissen, dass sie zur Bewährung unseres Glaubens dienen, welche uns zu Lob, Preis und Ehre ausschlagen wird, wenn Jesus Christus dereinst sich offenbart. (1. Petri 1, 6. 7.) Loben wir denn Gott dafür, dass Er uns ein so gutes Teil gegeben hat und Alles so zu unserm Besten lenkt! Bitten wir Ihn um die Gnade, Ihm besser dienen zu können; denn das verdient Er! Fürchten wir uns nie vor dem, was uns etwa begegnen könnte, wenn wir Ihm treu sind; denn „Seine Augen schauen über alle Lande, dass Er stärke die von ganzem Herzen an Ihm hangen“. (2. Chron. 16, 9.) Endlich wollen wir unsre Feinde und diejenigen, die uns als Christen hassen, beklagen; denn ihnen geht's umgekehrt wie uns. Alles dient ihnen zum Verderben. Statt uns also über sie zu erbittern, wollen wir ihnen lieber vergeben; denn während sie uns Böses tun wollen, tragen sie, ohne es selbst zu wissen, zu unserm Besten bei und sind in Gottes Hand Werkzeuge, um unser Heil zu fördern. Wie glücklich sind die, die den Herrn lieben und auf Ihn vertrauen! Ja, glücklich sind sie mitten in den Stürmen des Lebens; denn alle Winde treiben sie dem sicheren Hafen zu. Man kann von ihnen sagen, wie Paulus von seinen Mitschiffenden: „Keiner von ihnen wird umkommen; nur das Schiff wird zu Grunde gehen. Darum, ihr Freunde, seid unverzagt; denn ich glaube Gott: es wird also geschehen, wie Er mir gesagt hat.“ (Apostgsch. 27, 22. 25.) (Auguste Rochat) =====Predigten===== {{tag>Blumhardt_Christoph_Andachten Spurgeon_Charles_Andachten Rochat_Auguste_Andachten}}