======Psalm 2,12====== =====Andachten===== **Wohl allen, die auf ihn trauen.** \\ Der Herr ist Schirm und Schild, ein Schatten in der Hitze der Trübsal, der uns die Müdigkeit benimmt, uns erquickt und stärkt, wenn wir unter seinen Schatten fliehen. Die Zaghaftigkeit des menschlichen Herzens ist die Quelle aller Leiden. Unglaube die Mutter aller Angst und Bangigkeit im Leiden. Wer Gott zum Freunde hat, wer an seine schützende und schirmende Hand glaubt, die Tag und Nacht ausgereckt ist, uns zu bedecken, und ohne welche uns kein Haar gekrümmt werden kann; wer, sage ich, diese Hand im Glauben erfasst, was sollte der fürchten? Wir suchen Schutz bei Menschen, und sie können uns dennoch nicht schützen, wohl aber durch ihren Schutz im Vertrauen auf den Schutz des Herrn schwächen und am Ende sitzen lassen. Darum drückt sich Jeremia (17,5.) so stark aus, indem er spricht: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verlässt und Fleisch für seinen Arm hält, und (wohlgemerkt!) mit seinem Herzen vom Herrn weicht. Wer nämlich so allein auf Menschen-Hilfe traut, dass er von Gott gar nichts erwartet oder nicht glaubt, dass Gott es ist, der ihm durch Menschen hilft, der ist verflucht und wird den zukünftigen Trost nicht sehen, sondern in der Dürre verlassen bleiben. Aber gesegnet ist der Mann, der sich auf den Herrn verlässt und dessen Zuversicht der Herr ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt und am Bach gewurzelt, dessen Blätter auch in der Hitze der Trübsal nicht verwelken, sondern immer grün bleiben. Ja wahrlich, die Hoffnung auf den Herrn ist ein Immergrün, trägt immer Früchte, zu jeder Jahreszeit, Hitze und Kälte kann sie nicht in ihrer Fruchtbarkeit stören; sie trotzt allen Stürmen und allen Gefahren, und bleibt noch, wenn Alles untergeht. (Johannes Evangelista Gossner) ---- Gottes Zorn hat nichts gemein mit der Leidenschaft, die den Menschen in innere Unordnung versetzt und außer Fassung bringt. Wohl aber kennt die Heilige Schrift einen Zorn Gottes als wirksame Unterscheidung der Feinde von den Freunden und der Dinge, die zu Gottes Verherrlichung dienen, von denen, die das nicht tun. Der Kirchenvater Hilarius (†366) hat gut gesagt: Poena patientis ira decernentis. Des Menschen Leiden ist Gottes Zorn. Wenn Gott, einem gerecht entrüsteten König gleich, solche Strafen verhängt, dann ist das sein Zorn. Unsere Stelle lässt die Sache aber noch ernster erscheinen. Nicht Gott, dies erhabene, allgewaltige und majestätische Wesen ist es, dem hier Zorn zugeschrieben wird, dass Gott zürnt, ist wohl zu erwarten; aber sogar der Sohn, den wir küssen sollen, kann zürnen, dies Wesen, das wir nicht nur als Gott, sondern auch als Menschen, als unsereinen kennen, ja Er, der erniedrigt ward, dass er ein Wurm war und kein Mensch (Ps. 22, 7), Er kann zürnen, und sein Zorn kann so entbrennen, dass wir verzehrt werden. Darum küsst den Sohn, dass er nicht zürne; und zürnt er, dann küsst die Rute, so wird sein Zorn aufhören. Liebet ihn, auf dass er nicht zürne; neigt euch vor ihm in Ehrfurcht, wenn er zürnt. Das Mittel, wodurch wir uns vor seinem Zorne schützen oder denselben abwenden können, ist leicht: ein Kuss aufrichtiger Huldigung und Liebe. Wer so im Glaubensgehorsam ihn umfängt, findet Gnade in der Züchtigung; aus dem Verderben wird er wieder aufrichten; er darf Feste feiern in der Zeit des Darbens und Freude im Herzen fühlen, auch wo er erfährt, wie Gottes Heiligkeit wider seine Sünde eifert. D. John Donne † 1631. ---- Um Frieden mit dem Vater zu machen, küsst den Sohn. „Er küsse mich mit dem Kusse seines Mundes,“ ist die Bitte der Brautgemeinde (Hoh. L. 1, 2); „lasst uns ihn küssen“, sei unser Entschluss. In der Tat muss zuerst der Sohn uns in seiner Gnade küssen, ehe wir ihn in gläubiger Anbetung küssen können. HErr, schenke uns jetzt solch gegenseitige Umarmungen heiliger Liebe, auf dass wir hernach zu dem herrlichen Hochzeitsmahle kommen mögen, da der himmlische Chor der Engel die Festgesänge anstimmen wird bei der Hochzeit der Braut des Lammes. Thomas Adams 1614. ---- Unaussprechlich muss der Zorn Gottes sein, wenn er mit ganzer Glut entbrennt, da schon Verderben von ihm ausgeht, wenn er nur ein wenig aufflammt. John Newton † 1807. =====Predigten===== {{tag>Gossner_Johannes_Andachten Donne_John_Andachten Adams_Thomas_Andachten Newton_John_Andachten}}