====== 2. Mose 19,4====== =====Andachten===== **Ihr habt gesehen, was Ich den Ägyptern getan habe, und wie Ich euch getragen habe auf Adlers Flügeln, und habe euch zu Mir gebracht.**\\ Liebe Mitchristen, der Adler ist gewohnt, das Nest, in welchem er seine Jungen heckt, auf den höchsten Spitzen der Berge zu erbauen, wohin nicht leicht ein Mensch kommen kann. Wenn dann seine Jungen flügge geworden sind und das Fliegen lernen sollen, so wirst sie der Adler einfach aus dem Nest, dass sie sich dann in den Lüften selbst behelfen lernen sollen. Im Anfang sind die Jungen in Gefahr, geradezu in die Tiefe herabzufallen. Da schießt plötzlich der Adler von oben herab unter sie hin und fasst sie mit seinen Flügeln auf. Indessen wirst er sie immer wieder in die Höhe und fängt sie, wenn sie sinken wollen, immer wieder auf, da sie auf diese Weise im Fliegen sich üben sollen. Dieses Bild braucht Gott, um Sein Werk an Israel zu schildern. Es ist lehrreich und schön. Er hat uns durch das Evangelium herausgeworfen aus der Behaglichkeit, Ruhe und Sicherheit der Welt und des Fleisches. Wir sollen das Fliegen lernen, d. h. im Vertrauen auf Gott zu leben und zu pilgern, zum Himmel hin. Durch unsere Wiedergeburt steckt Adlernatur in uns. Aber das Fliegen gelingt uns schwer. Unsre Kraft erlahmt. Kommt uns eine Not, sinkt uns der Mut; kommt uns eine Trübsal, fällt unser Herz in Verzagnis; kommt uns eine Versuchung, fallen wir in die Sünde aber, da schießt der Adler zur rechten Zeit hinunter und schiebt sich mit seinen breiten Flügeln unter dich und mich und hält die Sinkenden im Fallen auf. Er wird heben, helfen und tragen zur rechten Zeit, und zwar immer so, dass wir zu Ihm kommen. Das ist der Zweck Seiner Güte und das Ziel Seiner Lebensführungen. Schlimm, wenn du das nicht herausliest aus den Lebensführungen! Amen. (Guido Pingout) ---- **Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern getan habe, und wie ich euch getragen habe auf Adlers Flügeln und habe euch zu mir gebracht. Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern, denn die ganze Erde ist mein.**\\ Als Israel am Sinai angelangt war, musste es seine Wanderung unterbrechen und erhielt Gelegenheit zu einem Rückblick und zu Entschlüssen für die Zukunft. Zu ähnlichem gibt das Scheiden des Jahres Anlass. Möge sich niemand durch die vielen Besorgungen, welche sich in diese Tage drängen, daran verhindern lassen. Wie Gott der Ägypter Streitmacht im Meere umkommen ließ, ist Israel frisch im Gedächtnis, und wie er sie selbst auf Adlersflügeln getragen hat, sollen sie nimmer vergessen. Auf Adlersflügeln tragen! Was für ein Bild der mächtigen und sorgfältigen Liebe, mit welcher der Herr auch uns im vergangenen Jahre über Abgründe hin auf den Fels der Rettung brachte! Wie oft wussten wir nicht, was am folgenden Tage unsrer warte, und wie wir der drohenden Gefahr entrinnen sollten, und doch hatte Gott Bahn gemacht, dass wir heute voll Dank und Anbetung vor ihm stehen! Wie vieles, das uns vor Monaten das Herz tief beschwerte, hat er so gnädig gelenkt und geebnet! O des treuen Gottes! Der Ausdruck: „dadurch habe ich euch zu mir gebracht,“ zeigt sein Bestreben, nicht nur selbst uns näher zu kommen, sondern uns ihm näher zu bringen. Und dies suchte er an Israel durch die unzähligen Wohltaten während der Wüstenreise zu bewirken. So sollen auch uns die empfangenen Segnungen antreiben, ihm in Erkenntnis und Glauben näher zu kommen. Ist dies eine Frucht seiner Führungen in dem hinter uns liegenden Jahre? Ist Gott uns unentbehrlicher geworden? Vergeht weniger Zeit als früher, ehe wir sein Antlitz wieder suchen? Ach, welche Gleichgültigkeit ist noch vorhanden nach so viel Durchhilfe! Bitten wir ihn um Vergebung, dass er es aufs Neue mit uns versuche und Geduld übe, damit Ägyptens Schicksal uns nimmer treffe. Der Rückblick soll auch eine Frucht des Gehorsams schaffen. Darum stellt Gott Forderungen. Er tat das aber bei des Volkes Halsstarrigkeit nicht von Anbeginn an, sondern erst nachdem sie in den letzten Wochen seine Barmherzigkeit in so reichem Maße erfahren hatten. Die kommende Zeit bringt auch uns neue Anforderungen von Seiten Gottes, und wenn wir die uns zugewandten Segnungen recht benutzt haben, so wird ein Quell der Liebe und der Kraft in uns sein, der uns möglich macht, denselben Genüge zu leisten. Die Gebote sind ja nicht schwer, sagt Johannes, wenigstens für den, der in Jesu Gnade steht und sich von ihr treiben lässt. Gott breitet noch die Adlersschwingen der Verheißung unter uns aus; auf diesen können wir ruhen und in Kraft derselben weiterziehen. Vertrauen wir uns ihm willig an, nicht nur, wo er durchhilft, sondern auch, wo er gebietet. Herr, du hast bis dahin deine Treue nie gebrochen und uns erhalten, während andre Schaden genommen haben. Vergib uns die Kälte des Herzens, und treibe uns zu Liebe, Dank und Gehorsam an. Sei du auch in der kommenden Zeit unser Führer, Hirte und Schutz, unser Erlöser und ewiger Gott! Amen. (Rudolf Wenger) =====Predigten===== {{tag>Pingout_Guido_Andachten Wenger_Rudolf_Andachten}}