Diese Seite ist nicht editierbar. Sie können den Quelltext sehen, jedoch nicht verändern. Kontaktieren Sie den Administrator, wenn Sie glauben, dass hier ein Fehler vorliegt. ====== Philipper 2,4====== =====Andachten===== **Ein jeglicher sehe nicht aus das Seine, sondern auf das, was des andern ist, ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war. **\\ Menschenliebe ist ganz besonders die Pflicht des Christen. Wenn alle andern selbstsüchtig wären, so müsste er doch uneigennützig sein; wenn nirgends sonst ein Herz wäre, das sich der Dürftigen erbarmte, bei den Christen müsste es sich finden. Der Christ ist ein König. Es ziemt einem König nicht, nur für sich selbst zu sorgen. Alexander der Große zeigte sich niemals königlicher, als wie er, während seine Truppen vor Durst verschmachteten, einen Becher voll des köstlichen Wassers, den ihm ein Krieger brachte, wegschob und sagte: „Es ziemt sich nicht, dass der König trinkt, wenn seine Soldaten dürsten; ich will lieber ihre Leiden teilen.“ Ihr, die Gott zu Königen und Fürsten gemacht hat, herrschet als Könige über eure Selbstsucht und handelt mit der ehrenvollen Freigebigkeit, die dem königlichen Samen ziemt. Ihr seid in die Welt gesandt, um die Retter der andern zu sein; wie könnt ihr das, wenn ihr nur für euch sorgt? Ihr seid das Licht der Welt. Das Licht verzehrt sich, während es mit seinen Strahlen die Nacht erleuchtet. Es ist euer Beruf und eure Ehre, dass man von euch sage wie von eurem Herrn: „Andern hat er geholfen und kann ihm selber nicht helfen.“ (Charles Haddon Spurgeon) ---- **Ein Jeglicher sehe nicht auf das Seine, sondern auf das, das des Andern ist.**\\ Mit welchem Auge soll ich auf Das sehen, das des Andern ist? Nicht mit dem Auge des gierigen Neides. „Lass dich nicht gelüsten,“ steht in unsrer Epistel, und danach tut die Liebe. Die böse Lust, das sündige Verlangen, gönnt dem Nächsten nicht, was sein ist. Der Blick der Begierde schaut auf den Besitz des Bruders, und er scheint ihm zu groß; er schaut auf die Ehre des Bruders und meint, sie sei nicht verdient; er schaut auf das Glück des Bruders und denkt, er sei des Glückes nicht wert. Und man möchte ihm so gern abzerren und „abwendig machen,“ was er hat. Ob man dem Nächsten wehe damit tut, danach wird nicht gefragt. Die Glut des Auges aber, das in verdorbener Lust entflammt ist, brennt bis ins eigne Herz hinein und macht es voller Unruhe. So hat Ahab nicht Ruhe finden können, weil er den Weinberg des Naboth begehrte. Nein, mit ganz anderem Blick soll der Christenmensch auf Das. sehen, was der Nebenmensch besitzt und genießt. Die Liebe legt einen goldenen Glanz ins Auge, einen Glanz, der wie ein Wiederschein aus der Stadt mit den goldenen Gassen strahlt. Dann sieht man ganz anders. Des Christen Auge schaut vor Allem auf zu dem barmherzigen Heiland in der Dornenkrone, und wenn es sich an dem Bilde erquickt hat, dann klingt's in der Seele wieder: „Habe deine Lust an dem Herrn; der wird dir geben, was dein Herz wünscht.“ Und dieses in Jesu gesättigte und verklärte Auge wendet sich dann zum Nächsten mit seiner Habe und mit seiner Stellung. Dann wird der Blick zum sorgenden Blick der Liebe, die ihm abnimmt, wo ihn etwas quält; die ihm ratend zur Seite steht, wenn er ratlos ist; die gerne entsagt, um den Bruder zu heben; die gerne verzichtet, um dem Nächsten zu dienen. Das ist ein seliger Blick gesegneter Liebe, ein Blick heiliger Lust. Der Herr heile unser krankes Auge, dass es mit dem Blick der Liebe sehen möge auf Das, das des Andern ist. Lasst uns beten: Herr, dass ich sehen möge bittet unser Herz. Lass uns sehn Dein Bilde in Deiner Kreuzesnot, lass uns sehn den Bruder, wie er unsre Liebe nötig hat. Vergib uns unsre boshaften Blicke, die dem Bruder so wehe tun, heilige unser Auge durch und durch, dass die böse Lust daraus vertrieben wird, und dass es uns eine Lust wird, des Nächsten Glück zu schauen. Ach heile auch die Seele unsres Volkes mehr und mehr, dass der Neid schwinde und die Wunden nicht mehr bluten. In dieser heiligen Liebe lass uns auch heut unser Tagewerk tun. Schirme Du uns so treulich, wie Du es diese Nacht getan, wofür wir Dir unsern Morgendank von Herzen darbringen. Dir soll unser Herz gehören. Amen. (Wilhelm Hunzinger) =====Predigten===== {{tag>Spurgeon_Charles_Andachten Hunzinger_Wilhelm_Andachten}}