Diese Seite ist nicht editierbar. Sie können den Quelltext sehen, jedoch nicht verändern. Kontaktieren Sie den Administrator, wenn Sie glauben, dass hier ein Fehler vorliegt. ======Epheser 5,21====== =====Andachten===== **Seid untereinander untertan in der Furcht Gottes.**\\ Wer war je so frei wie Paulus? Er war ein Vorkämpfer für die Freiheit in unüberwindlicher Tapferkeit. Wenn sein Evangelium zu mir spricht, springen alle Fesseln. Derselbe Paulus hat aber die Untertänigkeit unter alle aufs höchste gepriesen und aus ihr die für alle gültige Christenpflicht gemacht. Warum hat er die Untertänigkeit so hoch geschätzt? Er wollte die Gemeinschaft und sah in ihr nicht nur eine hübsche Zugabe zum Eigenleben der Einzelnen, sondern das Werk des Christus, der dadurch als der Herr an uns handelt, daß er aus uns die in Gott geeinigte Gemeinde macht. Wenn sich aber der eine über den anderen erhebt und der eine den anderen überbietet, dann stehen wir gegeneinander im Streit. Dieser ist aber sofort verschwunden, wenn sich der eine dem anderen unterwirft und seinen Willen mti dem des anderen vereint. An ein einseitiges Regiment des einen über den anderen hat Paulus nicht gedacht. Denn das Dienen ist in der Christenheit nicht das Geschäft eines besonderen Stands, sondern das Amt aller. Es gibt in der Kirche nicht solche, für die die Liebespflicht gilt, die sie für die anderen leben macht, und solche, die eine vornehme Selbstsucht pflegen dürfen, die die anderen ihnen dienstbar macht. Ist jemand an Verstand und Willen stark, so hat er damit die verstärkte Dienstpflicht empfangen und er kann diese nicht ausführen, wenn er seinen Willen herrisch auf die anderen legt, sondern kann den anderen nur dann wirklich dienen, wenn er sein Verhalten unter ihren Willen stellt und sein Vermögen für ihr Bedürfnis fruchtbar macht. So kommt zwischen uns die Eintracht zustande. Zu ihr treibt uns Paulus durch die Furcht vor dem Herrn. Lassen wir uns von Begehren nach Macht treiben, so entsteht daraus jene Selbsterhöhung, die Gott zerbricht, und wenn wir aus der Gemeinde Jesu den Frieden verscheuchen und ihre Eintracht zerbrechen, so haben wir Christus gegen uns, der seine Gemeinde dazu schafft, damit sie einträchtig sei.\\ Herr, gnädiger Gott, du bist unsere Zuflucht in allen Nöten, auch in den Nöten, die uns unsere Eigensucht bereitet. Nur in deiner Nähe endet unser Streit; nur vor dir verstummt der Zank. Mache es mir in allen meinen Verhältnissen deutlich, daß du mich zu den Menschen führst, nicht von ihnen trennst, mich zu deinem Diener, nicht zum Herrn über die anderen machst, weil meines Lebens Sinn und Zweck darin besteht, daß es für die, die du zu mir führst, heilsam sei. Damit breitest du deinen Frieden über mich. Amen. (Adolf Schlatter) ---- **Und seid untereinander untertan in der Furcht Gottes. **\\ Wodurch besteht die menschliche Gesellschaft? was macht besonders das Glück des Hausstandes? Alle Bande halten nur fest durch das allgemeine Band der gegenseitigen Untertänigkeit. Dieser Vers steht vor einer gewissen Anzahl goldener Hausregeln und fasst sie gleich alle zusammen in dem Grundsatz, ohne welchen im Staat, wie in der Familie, Alles auseinander fällt. Wo Alle befehlen wollen, da ist kein Zusammenleben möglich; wie die Glieder des Leibes sich gegenseitig Handreichung leisten, so müssen auch die Glieder jeder Körperschaft einander untertan sein in der Furcht Gottes. Gehorchen ist notwendiger, als befehlen, und recht betrachtet auch leichter. Paulus beschränkt sich hier nur auf die Haushaltungen, obgleich man seine Verhaltungsregeln auch weiter ausdehnen könnte. Was wird aus einem Hausstand, wo der Mann unter der Frau steht, und die Eltern unter den Kindern, wie das zuweilen der Fall ist? Oder aus einem andern, wo die Dienstboten sich nichts sagen lassen, oder nur durch den Lohn in der Zucht zu halten sind? Oder noch aus einem andern, wo der Mann, statt Hausherr, ein Haustyrann ist und seine Frau wie eine Magd behandelt, und die Kinder niederdonnert oder die Dienstboten ohrfeigt? Man kann Alles zur Karikatur machen, das Herrsein des Weibes, wie das Rutensystem (Sprichw. 13, 24) für die Kinder, oder die Gehorsamserpressung von den Knechten. Es fehlt dann nur noch das, dass der unterjochte Teil sich ebenfalls auf die Zehen stellt und seine Vergeltung übt. Wer möchte in einem Hause wohnen, wo man sich täglich in die Haare kommt, weil Keines dem Andern untertan sein will? Die Herrschsucht steckt freilich in uns Allen; schon die kleinen Geschwister haben ein Hoheitsgefühl ihren noch kleineren gegenüber; und doch ist es nicht schwer, in Frieden miteinander zu leben; man darf nur, um des Herrn willen, sich gegenseitig nachgeben. Wir müssen anfangen recht vor Gott zu stehen, dann kommt es auch im Hauswesen zu keinem Pantoffelregiment. Wer sich recht unter die Gebote Gottes stellen kann, der kann auch mit den Seinigen zusammenleben, so wunderlich das Eine oder das Andere von ihnen ist. Die Demütigen nur können herrschen, die Hoffärtigen können weder gebieten, noch gehorchen. Die Furcht des Herrn ist nicht nur der Weisheit Anfang, sondern auch das Geheimnis des Hausfriedens. Je williger wir uns beugen können unter die Hand des rechten Herrn, desto harmonischer leben wir dann zusammen, und Mann, Frau, Kinder und Dienstboten sind Ein Leib und Ein Geist, und ein Segen füreinander und für Alle, die in diesem Hause ein- und ausgehen. (Friedrich Lobstein) =====Predigten===== {{tag>Schlatter_Adolf_Andachten Lobstein_Friedrich_Andachten}}