Diese Seite ist nicht editierbar. Sie können den Quelltext sehen, jedoch nicht verändern. Kontaktieren Sie den Administrator, wenn Sie glauben, dass hier ein Fehler vorliegt. ====== Jeremia 32,18====== =====Andachten===== **Herr Zebaoth ist dein Name, groß von Rat und mächtig von Tat.**\\ Wie notwendig ist uns doch ein zuverlässiger, weiser Ratgeber, der uns an die Hand gebe, wie wir dies ansehen, jenes angreifen sollen, wie wir als Sünder dennoch getrost zu Gott kommen, wie wir als Schwache dennoch alles wohl ausrichten, und das Feld behalten mögen; als Traurige doch allezeit fröhlich sein, und als Arme doch alles inne habe können. Wie kommen wir durch? Wie machen wir's, dass wir des rechten Weges nicht fehlen? und da wir's mit eben so verschlagenen als unermüdet mächtigen und gefährlichen Feinden zu tun haben, wie greifen wir's an, dass wir's ihnen dennoch abgewinnen, und das vorgesteckte Ziel der himmlischen Berufung Gottes in Christo Jesu erreichen? Gewiss tut uns da jemand not, der uns mit Rat und Tat an die Hand gehe. Und wohl uns, wenn wir dergleichen Rat recht viel bedürfen, es ist ein gutes Zeichen. Aber wo wäre jemand in Israel, der nicht auch an seine Erfahrung von wirklichem und oft empfangenem Rat sich dankbar erinnerte, wenn er auf den zurückgelegten Weg blickt? Diese Erfahrung kann und soll denn Hoffnung und Zuversicht bringen. Zu wem? Zu wem anders, als zu demjenigen, der da Rat heißet, und der von sich sagt: mein ist beides, Rat und Tat. Dies Vertrauen erblickt in diesem Rat - Kraft hinlängliche Grunde, bei aller eignen Ratlosigkeit dennoch gutes Muts zu sein in allen Verwickelungen. Dies leitet ein in eine heilige Stille und Gottgelassenheit, macht tüchtig, alle Sorgen auf ihn zu werfen, der ja für uns sorgt, mehr wie ein Vater für ein geliebtes Kind, und den ganzen Weg auf ihn zu wälzen. (Gottfried Daniel Krummacher) ---- „**Du großer und starker Gott, HErr Zebaoth ist Dein Name, groß von Rat und mächtig von Tat!**“\\ Der große und starke Gott wird da angeredet; und so wie es da steht, wie wir's ja wohl allein stellen dürfen, lautet's, wie wenn man nichts Weiteres sagen könnte, als ausrufen: „Du großer und starker Gott,“ ohne im Augenblick sonst Worte zu haben. So hat auch Thomas, als er überzeugt war, der Heiland sei auferstanden, nichts Weiteres herausgebracht, als die Worte: „Mein HErr und mein Gott!“ Oft fühlen wir uns in ähnlicher Weise gedrungen, nur zu sagen: „O Du großer und starker Gott,“ wenn wir von etwas übernommen sind, das als eine große und wunderbare Tat Gottes vor uns steht. Ließen wir uns nur auch mehr so hinnehmen von den Taten Gottes, zu einer Empfindung von Seiner Größe und Stärke! Solches würde uns demütiger machen und vertrauensvoller, dass wir uns mit unseren kleinen Dingen nicht so übermäßig abmühten und abquälten, die weniger als Nichts sind, wenn wir die Größe und Stärke unsers Gottes uns vergegenwärtigten, dem es eine Kleinigkeit ist, mit Allem fertig zu werden. „HErr Zebaoth ist Sein Name,“ d. h. Herr der Heerscharen. Damit ist gesagt, dass Ihm unendlich viele Engel zu Gebot stehen, mit welchen Er Seine Sachen ausführt. Diese Engel haben ihre Kraft nicht außer Ihm in sich; sondern sie bekommen sie jederzeit mitgeteilt von dem großen und starken Gott, wenn Er sie aussendet, so dass sie nichts ohne Ihn tun, und durch sie der persönliche Gott überall mit Seiner Stärke gegenwärtig ist. Diese Engel und Heerscharen, die vor Gott stehen und, was sie wirken sollen, stets von Gott besonders empfangen, sind solche Wesen, die sich der Ebenbürtigkeit mit Gott würdig gemacht haben, wie es auch mit uns werden soll; und so ist Gott durch sie gleichsam ins Unendliche vervielfältigt und doch immer der Eine Gott. Auf diese Weise ist uns auch die Größe und Stärke unsers Gottes fasslicher gemacht, dass uns, wenn wir dran denken, alle Zweifelsucht und aller Kleinmut könnte genommen werden. Weiter heißt Gott groß von Rat und mächtig von Tat. Immer weiß Er Rat, verlegen wird unser Gott nie; und verlegen, möchte man sagen, konnte Er schon werden, wenn Er sich die Aufgabe gestellt hatte, Sünder zu sich zurückzubringen, Verlorene zu retten. Wir wussten keinen Rat mehr und konnten denken, der liebe Gott selbst sei gleichsam ratlos, wie Er doch auch wieder uns helfen sollte. Er aber hat Rat gewusst; und wie Er eine „ewige Erlösung erfunden“ hat, das wissen wir. Wenn es dann an die Ausführung geht, so fehlt's Ihm auch nicht. Wir wüssten oft schon Rat; aber der dient zu Nichts, weil wir's nicht vollbringen können. Wenn aber Gott etwas beschließt, so darf Er sich nicht erst besinnen, ob Er es auch vermöge; denn Er ist mächtig von Tat. Das ist Er nicht nur so, dass Er mit Seiner Allmacht Alles in Einem Nu machen könnte. Solches wird hier nicht gerühmt, sondern das, dass Er mächtig ist von Tat auch gegenüber von Seelen, denen Er Freiheit gegeben hat. Da liegt das Große. So könnte Er, was Ihm entgegensteht, nach Seiner Allmacht wohl ohne Weiteres zerschmettern und aufreiben; und wir meinen oft, Er sollte es so machen, weil dann den Andern am Schnellsten geholfen wäre. Er aber will gegen Alle gerecht sein, und sagt: „Nein, ich muss die und die herumbringen, nicht vernichten.“ Dazu brauchts einer Tatkraft besonderer Art, bis Er auch des Menschen harten Willen bezwungen hat, und hierauf bezogen, ist Er mächtig von Tat. Wenn wir solches Alles nur ein wenig anschauen, und erwägen, wie Er's auch mit uns gewonnen hat, so können wir jetzt gleichfalls erstaunt nichts Weiteres sagen, als: „ du großer und starker Gott!“(Christoph Blumhardt) =====Predigten===== {{tag>Krummacher_Gottfried_Daniel_Andachten Blumhardt_Christoph_Andachten}}