Diese Seite ist nicht editierbar. Sie können den Quelltext sehen, jedoch nicht verändern. Kontaktieren Sie den Administrator, wenn Sie glauben, dass hier ein Fehler vorliegt. ====== Jesaja 46,4====== =====Andachten===== **Ich bin es, ja, bis in euer Alter und bis ihr grau werdet, will ich euch tragen: ich habe gemacht, und ich will heben; ja, ich will tragen und euch erretten.**\\ Das Jahr ist sehr alt, und hier ist eine Verheißung für unsre greisen Freunde; ja, und für uns alle, die das Alter überschleicht. Wenn wir lange genug leben, so werden wir alle graue Haare haben; deshalb mögen wir uns wohl in dem Vorausblick des Glaubens an dieser Verheißung erfreuen. Wenn wir alt werden, wird unser Gott stets noch der „Ich bin“ sein, der immerdar derselbe bleibt. Graue Haare erzählen von unsrer Abnahme; aber Gott nimmt nicht ab. Wenn wir keine Bürde tragen können und kaum uns selber zu tragen vermögen, so will der Herr uns tragen. Eben wie Er in unsren jungen Tagen uns wie Lämmer in seinem Busen trug, so wird Er es in den Jahren unsrer Gebrechlichkeit tun. Er machte uns, und Er wird für uns sorgen. Wenn wir unsren Freunden eine Last werden und uns selber eine Last, so will der Herr uns nicht abschütteln, sondern uns vielmehr aufheben und tragen und erretten, völliger denn je. Sehr oft gibt der Herr seinen Knechten einen langen und stillen Abend. Sie haben den ganzen Tag schwer gearbeitet und sind in ihres Meisters Dienst alt und schwach geworden, und deshalb spricht Er zu ihnen: „Nun ruhet im Vorgefühl des ewigen Sabbats, den ich euch bereitet habe.“ Lasst uns das Alter nicht fürchten. Lasst uns mit Grazie alt werden, da der Herr selber in der Fülle seiner gratia (Gnade) bei uns ist. (Charles Haddon Spurgeon) ---- **Ich will euch tragen bis ins Alter und bis ihr grau werdet. Ich will es tun, ich will heben und tragen und erretten.**\\ Liegt ein so großes Stück Straße mit so vielen Dornenpfaden, Bergen und Abgründen hinter einem, das man glücklich an des Herrn Hand durchgewandelt ist, wie fröhlich und glaubensvoll blickt man dann zuletzt auch auf das Stündlein hin, wo man über den letzten tiefen Graben hinüber muss. Man kennt die Hand, die Einen dann führen wird, aus tausend Erfahrungen, und gewinnt Mut auch zum letzten Anlauf! (Tholuck.) ---- **Ja, ich will euch tragen bis in das Alter, und bis ihr grau werdet. Ich will es tun, ich will heben und tragen und erretten.**\\ Ist das Alter wirklich ein Vorrecht, oder vielmehr eine drückende Last? Zu allen Zeiten ist diese Frage verschieden beantwortet worden; ja selbst die Anschauung des Alten Testaments weicht hierin von dem neuen einigermaßen ab. Soviel indessen ist klar, dass von einem Vorrechte nur da die Rede sein kann, wo das Alter sich nicht nur des Besitzes erprobter Weisheit, sondern vor allem eines festen Stabes erfreut. Hier wird dieser Stab dem alternden Volke Gottes in einer Verheißung dargeboten, die, an sich selbst schon erquickend, doch erst in ihrem nächsten Zusammenhang in ihrer ganzen Herrlichkeit uns klar wird. Mit großer Kraft und Farbenpracht wurde vorhin der Fall der mächtigen Babel mit ihren Götzen gemalt; sie haben ihr Volk nicht erretten können, sondern werden nun als nutzloser Ballast den Zugtieren aufgeladen, die sie anders wohin schaffen sollen. Wie ganz anders Er, der seines Volkes ewiger Vater ist, der es von seiner Geburt an getragen hat, und der es nicht loslassen wird, bevor es den letzten Schritt auf dem Wege seiner Bestimmung getan hat! Er bleibt derselbe in Israels Alter, wie in Israels Jugend - und auch heute noch ist jenes Gotteswort bei jedem der Seinen ebenso treu und wahr wie dazumal. In allerlei Formen treten Verheißungen wie diese auch für den letzten Lebensabschnitt uns in der Schrift entgegen, und die Lebenserfahrungen der greisen Freunde Gottes beweisen es immer wieder, dass sie noch kein leerer Klang geworden sind. Sicherlich, ein Lebensherbst und Winter ohne Gott sind nicht weniger freudenlos, als ein Frühling und ein Sommer ohne seine Gemeinschaft gewesen sind; und wenn das letzte zerbrochene Rohr den bebenden Händen entsinkt, dann schwankt selbst der stärkste Fuß unwillkürlich am Rande des Abgrundes. Aber wie ganz anders wird auch hier alles, wenn man bei Zeiten den Stab einer Gottesverheißung, wie diese ist, erfasst hat, und ihn täglich festhält mit unerschütterlichem Vertrauen. Unendlich viel hat der Greis oder die Greisin schon dahinschwinden sehen, aber bei weitem das Beste ist geblieben; und können sie nicht mehr, wie früher, andre tragen und stützen, so werden sie nun ihrerseits getragen von einer Hand, die in aller Schwachheit immer neue Kraft gewährt. In Gottes Gemeinschaft werden die dem Alter eigentümlichen Anfechtungen bekämpft und überwunden, seine Entbehrungen erleichtert, seine Lasten verringert, und selbst seine Sorgen, wo sie noch fortdauern und wachsen, im Stillen dazu dienstbar gemacht, um das Herz von der Erde los zu lösen und es reifer für den Himmel zu machen. Je mehr Blätter der früher so stolze und prächtige Baum zur Erde fallen ließ, desto voller scheint der blaue Himmel durch seinen dürren Wipfel; und noch in der letzten Not, wo man die Krücken nicht länger entbehren kann, wachsen auch die Geistesflügel, die das Herz schon voraustragen in das Land des ewigen Frühlings. Summa Summarum: Auch im Alter gibt es nur ein Unglück, das alles übertrifft, Gott nicht zum Freunde, sein Wort nicht zum Stab zu haben; aber auch dieses Unglück braucht hienieden für niemand unheilbar zu sein. Die Ruhe des Alters hängt ab von der Wahl, die man in der Jugend getroffen hat, und die Antwort auf die Frage, ob das Alter eine Last, oder ein Segen sei, hängt nicht ab von dem Kalender, sondern von dem Stab in der Hand. (Oosterzee, Johannes Jacobus van) =====Predigten===== {{tag>Spurgeon_Charles_Andachten Tholuck_August_Andachten Osterzee_Johannes_Jacobus_van}}