Diese Seite ist nicht editierbar. Sie können den Quelltext sehen, jedoch nicht verändern. Kontaktieren Sie den Administrator, wenn Sie glauben, dass hier ein Fehler vorliegt. ====== Jesaja 43,15====== =====Andachten===== „**Ich bin der HErr, euer Heiliger, der Ich Israel geschaffen habe, euer König.**“\\ Dem Volke wird's immer wieder, namentlich im Propheten Jesaia, vorgehalten, dass es der HErr geschaffen habe, mit demselben Worte, das gebraucht ist, wenn es heißt: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Israel nämlich hatte den Beruf, das Heilsvolk zu sein für die ganze Menschheit. Sollten ja „durch Abrahams Samen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden.“ Damit Israel das würde, hatte es einer Art Schöpfung von Seiten des HErrn bedurft, weil eine Selbstentwicklung dazu aus Vorhandenem unter keinem Volke auf Erden möglich war. Etwas Neues musste da Gott setzen, ein Etwas setzen, da Nichts war, um nur ein Volk mit so großer Bestimmung herrichten zu können. Wie das war, können wir freilich in seinem Grunde nicht erkennen; aber von Bedeutung war schon das, dass Abraham den Sohn der Verheißung aus sich erst bekam, da sowohl er, als Sarah bereits einen erstorbenen Leib hatten (Röm. 4, 19). Irgendwie musste ein Keim von oben beigegeben werden, der nicht mehr in der menschlichen Natur sich vorfand, wenn es auch nur das Erwecken von etwas Erstorbenem war, das allein die Allmacht Gottes wieder herstellen konnte. Es ist somit ein Werk Gottes, nicht der Menschen, eine Schöpfung Gottes, dass ein Israel zu Stande kam, das in eine persönliche Beziehung zu Gott gebracht werden konnte, und das den HErrn persönlich zu seinem König haben, und Solchen seinen Heiligen, der ihm allein zukam, nennen konnte, während alle anderen Völker ihre eigenen Wege gingen, fern von Gott, Wege des Verderbens, bis auch an ihnen das geschehen konnte, was sie für die Aufnahme des Heiligen in Israel empfänglich machte. Indessen musste Israel immer wieder daran erinnert werden, dass es der HErr allein sei, dem sie ihre vorzügliche Stellung unter den Völkern der Erde zu verdanken hätten. Es musste ihnen gesagt werden, dass sie, was sie waren, nicht aus sich waren, sondern als unverdiente Gabe empfangen hatten. Denn wie der Einzelne auch des Empfangenen sich gerne überhebt, so ein ganzes Volk. Ist Gott Jemanden gnädig, so wirst dieser sich gerne in die Brust, und will sagen: „Ich bin's!“ So war Gott dem ganzen Israel gnädig; und da kam bald der Hochmut und Stolz dazu, dass sie sagten: „Wir sind's!“ Dem entgegen sagt aber der HErr: „Ich bin's, und ihr seid Alle Nichts!“ Bedenken wir, welchen großen Schaden es dem Volke brachte, so selbstgefällig sich zu brüsten; denn das wurde ihr Fall, sofern sie, ihrem ursprünglichen Beruf entgegen, nichts weniger ertragen konnten, als dass ein Heiland sollte auch den Heiden gelten. Sie wollten's allein sein, als dürften sie zu Gott sagen: „Wir sind's, uns bist Du's schuldig, uns allein!“ Darüber verloren sie aber den gekommenen Heiland ganz. Hätten sie doch auf ihre Propheten besser geachtet! Wie aber wollen wir's nun machen? Wir Christen sind ja wieder Gottes Volk, sind Gottes Kinder und haben den Heiligen Gottes zu unsrem Könige. Von uns sagt auch Paulus (Eph. 2, 10): „Wir sind Sein Werk, geschaffen in Christo JEsu zu guten Werken.“ Was mag nicht Gott im Verborgenen Alles an uns getan haben, bis unser erbärmliches Nichts ein geringes Etwas geworden ist? Wollen wir uns darüber brüsten, uns darauf etwas zu Gute tun? Wollen wir Andern gegenüber, wer sie auch sein mögen, prahlerisch sagen: „Wir sind's!“ oder gar Gott gegenüber pochen, als ob wir's wären? Ach, lassen wir doch nur immer den HErrn sagen: „Ich bin's, der euch zu dem, das ihr seid, geschaffen hat;“ und bleiben wir dabei, zu sagen: „Der HErr ist's, und wir sind Nichts!“ Zusatz 39. (Israels Beruf.) Aus Israel sollte nicht nur der eigentliche Weltheiland kommen, wie Er zur Zeit kam; sondern Israel sollte sonst auch das Werkzeug sein, die Völker zum lebendigen Gott zurückzuführen. Dies konnte vor Christus damit geschehen, dass es seinen Gott den Völkern nahe zu bringen suchte, und in der Folge sollte es das durch die Predigt von Christo tun. Diesen Beruf zum Besten der Völker hat freilich der größere Teil des Volkes nie gefasst, aber ein Teil doch, wie man an dem steht, dass zur Zeit Christi überall, wo Juden waren, auch Judengenossen aus den Heiden beigezogen wurden; und von den Pharisäern wird gesagt (Matth. 23, 15), dass sie Land und Meere durchzogen, um Judengenossen zu gewinnen, freilich nur zu ihrer engherzigen Werkgerechtigkeit. Als Christus kam, wählte Er sich Seine Apostel zunächst nur aus den Juden; und sie waren die Gründer der ersten Gemeinen in aller Welt, so dass es allerwärts recht offenbar wurde, wie das Heil von den Juden kam (Joh. 4, 22). Wie bedeutungsvoll wurde doch so die Schöpfung des Volkes Israels durch die wunderbare Fürsorge Gottes! (Christoph Blumhardt) =====Predigten===== {{tag>Blumhardt_Christoph_Andachten}}