Diese Seite ist nicht editierbar. Sie können den Quelltext sehen, jedoch nicht verändern. Kontaktieren Sie den Administrator, wenn Sie glauben, dass hier ein Fehler vorliegt. ====== Jesaja 35,10====== =====Andachten===== **Ewige Freude wird über ihrem Haupte sein. Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerzen und Seufzen wird weg müssen.** \\ Gleichwie Jes. 66,24. der Zustand der Leichname, die an dem HErrn misshandelt haben, und deshalb ertötet worden sind (V. 16.), so beschrieben wird, wie er ein Vorbild des Zustandes in der Hölle war, und deswegen der Heiland dieselben Worte Marc. 9,44. gebraucht hat, da Er von den Verdammten in der Hölle redete, also wird auch der herrliche Zustand, worein die Kirche noch vor dem Ende der Welt versetzt werden wird, oft von Jesaias so beschrieben, dass sich die Worte auch auf den himmlischen Zustand deuten lassen; welches desto füglicher geschehen kann, weil der herrliche Zustand der streitenden Kirche ein Vorbild, ja ein Vorspiel und Anfang ihrer himmlischen Herrlichkeit ist. Von dieser Art sind nun auch die Worte, in welchen Jesaias von den Erlösten des HErrn, die von ihrer Zerstreuung wieder kommen, und gen Zion kommen werden, sagt: **ewige Freude wird über ihrem Haupte sein. Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerzen und Seufzen wird weg müssen.** eine **Freude**, die von oben herab kommt, wird als eine Krone **über ihrem Haupt sein** und diese Freude wird **ewig** sein, weil sie nicht nur auf Erden eine lange Zeit währen, sondern auch im himmlischen Zustand, an welchen der irdische sich anschließt, ohne Ende fortwähren wird. Die Freude ist der Gegensatz gegen den traurigen Zustand, der Jes. 33,7.8.9. beschrieben wird. Wenn das Elend lange währt, und ein Volk oder einzelner Mensch gleichsam lange in einer Wüste oder Einöde leben muss, Jes. 35,1., so werden die Hände müde, die Knie straucheln (V. 3.), die Herzen werden verzagt (V. 4.) und können, wenn sie auch nicht ganz im Unglauben stecken, keine Freude ergreifen: deswegen sagt der Prophet: **Freude und Wonne wird sie ergreifen**, dass sie sich derselben nicht werden erwehren können. Wo kommt aber der vorige Schmerz und das vorige Seufzen hin? Diese müssen **weg sein**. Dieses Alles wird geschehen, wenn Israel von der Zerstreuung und von der antichristlichen Not erlöst, und von dem HErrn durch den Glauben an Christum reichlich begnadigt werden wird. noch völliger aber wird dieses Alles erfüllt werden, wenn die streitende Kirche zur triumphierenden, oder auch eine einzelne gläubige Seele in den himmlischen Zustand versetzt werden wird. Wie sieht es aber jetzt in der christlichen Kirche aus? Eine jede Seele kann zwar durch den Glauben an Christum Friede und Freude im Heiligen Geist empfangen und genießen, da dann ihre vorhergegangene Traurigkeit in Freude verwandelt wird. Wenn wir aber um uns herumsehen, und den ganzen Zustand der christlichen Kirche betrachten, so sitzen wir an den Wassern zu Babel und weinen. Wir leben noch in einer wüste und Einöde. Zion, das freie fröhliche und herrschende Zion, ist noch nicht vorhanden. Wir sind also in dieser Absicht denen gleich, welche im Glauben sterben müssen, und die Verheißung nicht empfangen, sondern sie von ferne sehen, und sich derselben vertrösten und wohl begnügen lassen müssen (Hebr. 11,13.). Fröhliche Zeiten sind noch entfernt, himmlische Freuden aber sind den Gläubigen nahe. Freut euch in dem HErrn allewege, ob ihr euch gleich über den Zustand eurer Kirche und eures Vaterlandes nicht freuen könnt. (Magnus Friedrich Roos) ---- **Die Erlösten des Herrn werden wiederkommen und gen Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude. wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird weg sein. **\\ Gläubiger Christ! Verlass jetzt den Bogen in den Wolken und blicke auf den Bogen um den Stuhl, denke an die jubelvolle Wiederkehr der Erlösten Gottes gen Zion, wo jede Träne getrocknet, jede Wunde geheilt, jeder Schmerz vergessen sein wird! Die ihr irre gingt in der Wüste auf ungebahntem Wege, gefangen wart in Zwang und Eisen, die ihr mit Schiffen auf dem Meer fuhrt und kämpfen musstet mit dem großen Wasser((Ps. 107, 4. 10. 20.)), nun ist das Ende eurer Prüfungen gekommen. Gott ist nicht ein Gott, der nur eure müde Seele erquickt, eure Kette zerbricht, euch befähigt im Kampf wacker die Trübsalswellen zu bestehen, sondern Er leitet euch auch zur Stadt, da ihr wohnen könnt. Er erlöst die Gefangenen aus der Finsternis und dem Dunkel des Todes und zerreißt eure Bande. Er bringt euch so lange vom Sturm umtobten Schiffer ans Land nach eurem Wunsch. Nun dürft ihr froh sein, da es stille geworden. Nun gibt Er euch ein ewiges Lied in euren Mund: Wir wollen dem Herrn danken, um seine Güte und um seine Wunder, die Er an den Menschenkindern tut!((Ps. 107, 8.)) Kummervolles Herz, umhergeschleudert auf dem Meere des Lebens, bald wirst du in den Friedenshafen gelangen! Von den sonnigen Küsten des Landes der Herrlichkeit wird jede Heimsuchung dir nun klar erscheinen, als ein besonderer Beweis der Treue deines himmlischen Vaters, mit einem Strahlenfranze der Liebe umgeben. Jetzt magst du immer „dahingehen und weinen und edlen Samen tragen;“ aber du wirst gewiss einst kommen „mit Freuden und bringen deine Garben.“ Manche irdische Samenkörner müssen erst ins Wasser gelegt werden, ehe sie keimen, so muss der Same der Unsterblichkeit oft erst in Tränenwasser getaucht werden. Aber die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten((Ps. 126,3)). „Den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens die Freude((Ps. 30,6)).“ „Wir stehen,“ sagt Rutherford, „am Anfang der himmlischen Ernte; da gibt's wohl Regenschauern; aber die Sonne des neuen Jerusalems wird alle Garben trocknen.“ Der „Sang in der Nacht((Ps. 42,9.10))“ wird dann in das neue Lied übergehen, wie es die Überwinder in den Feierkleidern singen, und der tiefe, herrliche Plan jeder göttlichen Führung wird sich uns dann erschließen, der vor unsern Augen jetzt noch verborgen ist. „Schmerz und Seufzer werden weg müssen!“ „Leid, Geschrei, Schmerz wird nicht sein,“ sagt ein Heiliger Gottes, der schon vor Jahrhunderten in die Herrlichkeit eingegangen ist.((Off. 21,4.5)) Wie überschwänglich herrlich aber erst, was sein wird! „Freude und Wonne wird sie ergreifen.“ Sang um Sang! Freude um Freude! Wonne um Wonne! Die Jubellieder des Himmels sind „Stufenlieder“. Die Erlösten nehmen immer zu an Seligkeit; sie schreiten fort von Klarheit zu Klarheit, und jedes Triumphlied wird ihnen den Schlüssel zu einem erhabeneren und herrlicheren bieten. Leser, trauerst du um den Verlust derer, die nicht mehr hier sind; um den süßen Ton von Stimmen, die du auf Erden nicht mehr hören wirst; um die Geliebten, die dich einsam auf dem Wege durch die Wüste zurückgelassen haben? O, nur noch wenig Sehnen, noch wenig Tränen und du wirst ihnen am Anbruch des Tages der Herrlichkeit begegnen! Ja noch mehr! sie haben nur eher als du die Krone erlangt! Wenn sie auf eine kleine Zeit dich dahinten gelassen, dass du deine Klagelieder hier noch fortsetzt, denke mit klopfendem Herzen an den ewigen Tag, da du auf die Wolken, die in dem niederen Tale hin und herziehen, aus weiter Ferne herabblicken. und im Stande sein wirst, einzustimmen in den Lobgesang der vier und zwanzig Ältesten, die vor dem Throne Gottes, den der Regenbogen von Smaragd umgibt, dem Lamme die Ehre geben, das uns Gott erkauft hat mit seinem Blut, und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott und seinem Vater. Bogen des sel'gen Triumphes, nach Kämpfen und Streiten, \\ Tilge im Licht deiner Sonne du jegliches Weinen! \\ Stille doch, glänzend in Liebe, die bebenden Herzen, \\ Strahle in Nächten des Kummers, im Dunkel der Schmerzen;\\ Denen, die ruhelos klagen an irdischen Grüften, \\ Zeige die Farben des Lebens aus himmlischen Lüften!(John Ross MacDuff) =====Predigten===== {{tag>Roos_Magnus_Andachten MacDuff_John_Andachten}}