Diese Seite ist nicht editierbar. Sie können den Quelltext sehen, jedoch nicht verändern. Kontaktieren Sie den Administrator, wenn Sie glauben, dass hier ein Fehler vorliegt. ======Psalm 4,2====== =====Andachten===== **Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit.**\\ Die Erhörung des Gebets ist ein großer Trost für alle gottesfürchtige Herzen. Weil dieselben keinen Trost haben auf Erden, denn die Welt hasst sie, weil sie nicht von der Welt sind: Darum müssen sie ihren Trost im Himmel suchen durch das Gebet. Und Gott ist auch so getreu und gerecht, dass Er ihr Gebet nicht verschmäht. Ob, wohl nun dieses vor der Vernunft gering scheint, so ist es doch eine große Gnade und Herrlichkeit. Diese Gnade übertrifft aller Welt Herrlichkeit und lindert auch alles Kreuz. Die Herrlichkeit der Welt übertrifft sie in dem, dass eine gläubige Seele Gott dem HErrn so lieb ist, dass sie stets mit Gott reden kann, und dass sich Gott zu einer solchen Seele wendet und ihr antwortet, ja ihr Gebet, Seufzen und Tränen als einen Schatz aufsammelt und zählt, Ps. 56,9. Das Kreuz aber lindert diese Gnade, dieweil durch das Gebet die Last des Kreuzes auf Gott gelegt wird, Ps. 55,23. (Johann Arnd) ---- **Erhöre mich wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet.**\\ Das ist der rechte Trost aller gottesfürchtigen Herzen, weil dieselben keinen Trost auf Erden haben; denn die Welt hasst sie weil sie nicht von der Welt sind, und darum müssen sie ihren Trost im Himmel suchen im Gebet. Mag das auch vor der Vernunft gering erscheinen, so ist's doch eine große Gnade und Herrlichkeit; denn eine gläubige Seele ist Gott dem Herrn so lieb, dass sie stets mit Gott reden kann, dass sich Gott zu ihr hinwendet, ihr antwortet, ja das Gebet und Seufzen wie einen Schatz aufsammelt und zählet. Und diese Gnade lindert das Kreuz, weil durch das Gebet die Last auf Gott gelegt wird. Es mögen darum die Weltkinder ihre Herrlichkeit in der Welt suchen und von derselben hochgehalten werden, des Gläubigen Herrlichkeit besteht darin, dass er betet, und Gott das Gebet erhört. Der Grund, worauf die Erhörung unseres Gebets gegründet ist, ist, dass Gott ein Gott unserer Gerechtigkeit ist, nämlich der hohen Glaubensgerechtigkeit, die aus Christo kommt. Denn weil wir durch Christum gerecht geworden sind, so haben wir einen freudigen Zutritt zu Gott. Im Herrn haben wir Gerechtigkeit und Stärke; in dieser Gerechtigkeit können wir vor Gott treten und beten. Danach kommt noch eine äußere Gerechtigkeit des guten Gewissens. Wenn nämlich unser Tun und Werk von Gott herkommt, zu Gottes Ehre und des Nächsten Heil geschieht und nichts zu eigner Ehre und Nutzen, und wird dennoch von der Welt verachtet, verworfen und verlacht, so können wir zu Gott sagen: Erhöre mich, Gott meiner Gerechtigkeit; es ist ja dein Werk, das ich tue, du weißt, dass ich gerechte Sache habe; darum will ich sie dir befohlen haben. Denn sonst, wo ich Unrechtes vorhätte in meinem Herzen, so würde mich der Herr nicht erhören (Ps. 66, 18). Und was ist die Frucht solchen Gebets? „Der du mich tröstest in Angst,“ heißt es in unserm Psalm. Wie ein Baum keine Frucht bringen kann, wenn er nicht zuvor blüht, so kann auch kein Trost in unsere Herzen kommen ohne Gebet; der Trost entspringt aus dem Gebet. Gott lässt das Herz in Angst geraten, ehe er es tröstet, denn er muss es zuvor für den göttlichen Trost zubereiten. Wo das Herz noch voll weltlichen Trostes ist, da kann Gottes Trost nicht haften; denn irdischer und himmlischer Trost lassen sich nicht vermischen. In aller Angst aber kommt der Trost aus Gottes Gnade: sei mir gnädig und erhöre mein Gebet.“ Gottes Gnade, Trost und Erhörung stehen hier beisammen; wie enge hängt das an einander: Gerechtigkeit in Christo, Gottes Gnade und Erhörung des Gebets, Darum verzage nicht, wenn dein Herz in Angst ist, sondern glaube es fest, dass Gott allein wahrhaft tröstet in allen Ängsten. (Johann Arnd.) ---- **Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstet in Angst, sei mir gnädig und erhöre mein Gebet. Erkennt doch, dass der Herr seine Heiligen wunderbar führt; der Herr hört, wenn ich ihn anrufe. Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne. **\\ Von Feinden umgeben und bedrängt wendet der heilige Sänger sich an den Herrn, an seinen Gott, der recht richtet, und fleht ihn um Hilfe an. Wie oft schon war er sein Trost; sollte er ihn jetzt verlassen? Wunderbar freilich führt er die Seinigen, oft über hohe Berge und durch tiefe Abgründe, aus denen keine Errettung möglich scheint. Auch wo sie im Rechte sind, unterliegen sie zuweilen dem Anscheine nach, während die Feinde triumphieren. Doch der Herr hört das Gebet des Gerechten. Auf die Nacht folgt ein lichter Morgen. Darum können wir mitten im Sturm unser Haupt getrost zur Ruhe niederlegen, wenn wir nur den Herrn zum Freunde haben. (Heinrich Spengler) =====Predigten===== {{tag>Arnd_Johann_Andachten Spengler_Heinrich_Andachten}}